Die Landeshauptstadt Potsdam hat am Donnerstag eine Maskenpflicht für Teile der Innenstadt angekündigt. In Abstimmung mit der Landesregierung Brandenburg werde man für das bevorstehende Feiertagswochenende entsprechende Auflagen machen, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung.
Demnach müssen alle Gäste der EinheitsEXPO ab einem Alter von sieben Jahren am Sonnabend von 10 bis 22 Uhr und am Sonntag von 10 bis 20 Uhr an zahlreichen Orten eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Laut Stadtverwaltung sind folgende Regionen betroffen: Luisenplatz, Platz der Einheit, Alter Markt, Neuer Markt, Hegelallee, Brandenburger Straße, Lange Brücke sowie Teile der Friedrich-Ebert-Straße, der Schopenhauerstraße, der Dortustraße und der Yorckstraße.

Oberbürgermeister bittet um Verständnis

„Wir erwarten tausende Gäste am Wochenende in Potsdam, vor allem bei der bundesweiten Feier zum Jubiläum 30 Jahre Deutsche Einheit. Aus Gründen des Infektionsschutzes muss daher im Festbereich eine Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum getragen werden“, sagte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD). „Grund ist, dass in vielen Bereichen der 3,5 Kilometer langen EinheitsEXPO ‚30 Jahre – 30 Tage – 30 x Deutschland‘ der notwendige Abstand von 1,50 Metern zwischen den Gästen nicht eingehalten werden kann.“
Nach Bewertung des Robert-Koch-Instituts (RKI) bestehe auch im Freien ein erhöhtes Übertragungsrisiko, wenn der Mindestabstand von 1,50 Meter ohne Mund-Nasen-Bedeckung unterschritten wird, beispielsweise bei größeren Menschenansammlungen. Aufgrund der räumlichen Situation in der Innenstadt und der zu erwartenden Besucheranzahl sei die Einhaltung des Mindestabstands aus Sicht der Landeshauptstadt und des Veranstalters der EinheitsEXPO nicht mehr ausreichend gewährleistet, erklärte die Stadtverwaltung.

Bundestagsabgeordnete sind nicht eingeladen

Durch die Abstandwahrung werden die zentralen Feierlichkeiten einige Nummern kleiner ausfallen. Für den Festakt in der Babelsberger Metropolis-Halle wurden statt 3000 Einladungen nur 230 ausgesprochen. Oliver Schmidt, Protokollchef der Staatskanzlei, sprach am Donnerstag von einer bitteren Entscheidung.
Nicht eingeladen werden beispielsweise die Bundestagsabgeordneten. Das Parlament wird nur durch den Präsidenten, seine Stellvertreter und die Fraktionsvorsitzenden vertreten. Auch die anderen Verfassungsorgane werden nur durch ihre Spitzen repräsentiert. Die Hälfte der Gäste sind Ehrenamtler der Bürgerdelegationen aus den 16 Bundesländern.

Auch der Empfang des Bundespräsidenten fällt aus

Ausfallen muss auch der Empfang des Bundespräsidenten, der traditionell im Anschluss an den Festakt stattfindet. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zeigte sich am Donnerstag erfreut, dass die EinheitsExpo, die anstelle des ursprünglich geplanten zweitägigen Volksfestes am 3. und 4. Oktober mit 30 Boxen zur Deutschen Einheit für 30 Tage organisiert worden war, bislang auf regen Zuspruch stieß.