Das Landesamt für Umwelt hatte die Umsetzung Flades damit begründet, dass das Vertrauensverhältnis zwischen wichtigen Interessenverbänden der Region und dem Leiter des Biosphärenreservates gestört sei. Tatsächlich hatte sich das Kuratorium des Biosphärenreservates in einem Brief über die Arbeit des Naturschützers beschwert. Zwar hatte das Landesamt erklärt, es mache sich die Vorwürfe nicht zu Eigen. In seiner Klagebegründung stellt Flades Rechtsanwalt aber fest, es gehe "dem Land darum, dass dem Kläger zu enge Sichtweisen bei der Auslegung der Schutzgebietsvorschriften und mangelnde Kompromissbereitschaft" vorgeworfen werden. Einzelfälle nannte das Landesamt nicht. Wie es hieß, habe man dem Kläger schließlich arbeitsrechtlich nichts vorzuwerfen.
Flade selbst sagte zu den Vorwürfen, er habe nur seine Arbeit gemacht. "Man kritisiert, dass wir den Ökolandbau fördern. Aber genau das ist doch unsere Aufgabe", erklärte der Naturschützer. Das Landesamt wollte am Freitag keine Stellungnahme zu der Gerichtsentscheidung abgeben. "Wir warten die Urteilsbegründung ab", erklärte ein Sprecher. Das sei in solchen Fällen üblich.
Die schriftliche Begründung wird in drei bis vier Wochen erwartet. Danach hat das Land einen Monat Zeit, um zu entscheiden, ob es in Berufung geht. Sollte es diesen Weg gehen, steht dem Land noch einmal eine Monatsfrist für eine Begründung zu. Sollte es zu einer weiteren Verhandlung kommen, würde die arbeitsrechtliche Auseinandersetzung frühestens im Herbst vor dem Landesarbeitsgericht verhandelt werden. Wird keine Berufung eingelegt, müsste Flade Ende Juni wieder auf seinem alten Posten eingesetzt werden.