Die S-Bahn schließt Lücken fast ausschließlich im Berliner Bereich. So wird ein am Abend verlängerter Zehn-Minuten-Takt auf Abschnitten der Linien S1, S2 und S7 angeboten. Auch auf der Stadtbahn setzt die Bahn-Tochter zusätzliche Züge ein. Der Fahrgastverband IGEB forderte indes bessere Abstimmungen zwischen den Schienenunternehmen. "Fahrgäste stehen im Regen, weil es keine Koordinierung gibt", sagt IGEB-Chef Florian Müller.
Die Deutsche Bahn will ihr Angebot im Regionalverkehr ausweiten. Profitieren werden ab Fahrplanwechsel am 14. Dezember vor allem Pendler, die die Linien RE?3 und RE?5 nutzen. Die ?S-Bahn schließt dagegen Lücken im Berliner Netz.
S-Bahn: Auf die steigende Nachfrage in den Abendstunden reagiert die S-Bahn mit zusätzlichen Zügen. So werden die S?1 und die S?2 in Nordrichtung (allerdings nur im Berliner Bereich nach Frohnau und Waidmannslust beziehungsweise nach Buch) deutlich länger im Zehn-Minuten-Takt bedient. Das Gleiche gilt für die S?7 auf dem Abschnitt zwischen Charlottenburg und Ahrensfelde. „Der Berufsverkehr verschiebt sich nach hinten“, begründet S-Bahn-Chef Peter Buchner die Anpassungen. „Störungen im System“ erkennt er vor allem in Nord-Süd-Richtung. Dort werden die Fahrpläne der Verbindungen S?1 und S?2 besser abgestimmt.
Mit der Einführung des Zehn-Minuten-Takts für die S?75 zwischen Westkreuz und Wartenberg werden auch auf der Stadtbahn an Sonnabenden die letzten Lücken geschlossen. Mehr Fahrzeuge sollen laut Buchner aber nicht eingesetzt werden, es bleibt bei maximal 531 Wagen. Allerdings rollen die Züge später in die Werkstätten, wodurch dort Zeit eingespart werden muss.
Regionalexpress RE?3: Die wichtigste Neuerung auf der Strecke zwischen Elsterwerda beziehungsweise Lutherstadt Wittenberg und Stralsund ist der Einsatz moderner Doppelstockwagen, an die ein Fahrradwaggon angehängt wird. Bislang rollten dort verschlissene Fahrzeuge ohne Klimaanlage, in denen die Mitnahme von Fahrrädern kaum möglich war – was für Ärger unter Ausflüglern sorgte. Darüber hinaus wird das Angebot während des Berufsverkehrs und am Abend ausgeweitet. So startet der letzte Zug an Wochenenden Richtung Schwedt künftig erst um 23.30 Uhr.
Regionalexpress RE?5: Auch auf dieser Linie, die unter anderem in Oranienburg (Oberhavel) Halt macht, gibt es künftig Verbesserungen im Früh- und Spätverkehr. So fährt der letzte Zug in Richtung Rostock künftig kurz vor 23 Uhr. Allerdings werden die Fahrzeugreserven durch die Lieferschwierigkeiten von Bombardier „sehr knapp“, wie Renado Kropp, Marketingleiter von DB Region Nordost, erklärt.
Regionalbahn RB?22: Die Linie wird ab Potsdam über den Flughafen Schönefeld hinaus bis Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) verlängert, dort sollen Anschlüsse zum RE?2 nach Cottbus bestehen.
Regionalbahn RB?24: Diese Linie, bislang als RB?60 bezeichnet, wird neu eingerichtet. Die Deutsche Bahn setzt zwischen Berlin-Lichtenberg und Eberswalde (Barnim) größere Züge vom Typ Talent 2 ein. Eine Verlängerung bis Berlin-Ostkreuz wird allerdings verschoben – dafür fehlt noch die Infrastruktur.
Regionalbahn RB?26: Hier werden laut Verkehrsverbund zusätzliche Kapazitäten eingerichtet. Auf der von der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) betriebenen Verbindung von Berlin nach Kostrzyn hält die erste und letzte Fahrt künftig überall.
Regionalbahn RB?34: Zwischen Stendal und Rathenow wird während der Bundesgartenschau von April bis Oktober 2015 ein Stundentakt angeboten. Bislang hieß die Verbindung RB?13.
Regionalbahn RB36: Die Züge fahren künftig nur noch zwischen Frankfurt (Oder) und Königs Wusterhausen. Die Weiterfahrt nach Berlin-Lichtenberg wurde gestrichen.
Interregio Express: Die neue Fernverbindung zwischen Berlin und Hamburg wird mit einem zusätzlichen Zug ergänzt. Die Reisezeit soll sich um 20 Minuten verkürzen. Eingestellt wird der Ostsee-Express zwischen Berlin und Stralsund.
Verbindungen nach Polen: Für Fahrten nach Polen wird ein VBB-Anschlusstarif eingerichtet. Die Verbindungen nach Stettin werden verstärkt, so gibt es an Freitagen weitere Direktzüge.
Auf den anderen Strecken ändern sich nur die Abfahrtszeiten. Ein Betreiberwechsel findet allein auf sieben Linien im Netz Ostbrandenburg statt – dort fährt künftig die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB). Die jeweiligen Takte bleiben bestehen. Gleichzeitig wurden für die Linie RE?1 neue Bauarbeiten angekündigt. Zwischen Werder und Potsdam-Sanssouci gibt es vom 1. bis 12. Dezember eine Totalsperrung.