Vor wenigen Tagen nun konnte das Bündnis Vollzug melden. Die Hälfte der knapp 70 Haushalte in dem 170-Einwohner-Dorf in Potsdam-Mittelmark bekommt nun vor Ort produzierte Wärme. Der Anschluss weiterer Häuser ist ohne größeren Aufwand machbar. "Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass das klappt - und auch noch so schnell", freut sich Detlef Neue. Herzstück des Holzhackschnitzel-Heizwerks mit Solarunterstützung sind zwei Kessel mit einer Gesamtleistung von 750 Kilowatt sowie ein Warmwasserspeicher. In den Sommermonaten bleibt der Kessel aus, Warmwasser wird in der Zeit per Solaranlage auf dem Dach des Heizhauses produziert.
Insgesamt knapp 1,2 Millionen Euro kostete das Modellvorhaben. Umsetzbar sei es nur dank öffentlicher Fördergelder in Höhe von 70 Prozent gewesen, betont Neue. Allein das Brandenburger Wirtschaftsministerium unterstützte das Vorzeigeprojekt mit 360 000 Euro aus dem sogenannten RENplus-Programm für Erneuerbare Energien. Außerdem profitierten die derzeit 24 Genossenschaftler davon, dass die Straße durch den Ort in diesem Sommer ohnehin ausgebaut werden sollte und bei der Gelegenheit die knapp 1,7 Kilometer lange Heiztrasse kostengünstig mitverlegt werden konnte.
Die Genossenschaft brachte 142 000 Euro an Eigenmitteln auf, vor allem über einen Kredit. Jeder Haushalt zahlte je nach Größe rund 5000 Euro unter anderem für die erforderliche neue Technik im eigenen Haus. "Für mich lohnt sich das", sagt Detlef Neue. Unter welchen Umständen solch ein Projekt auch ohne Fördermittel erfolgreich sein könnte, vermag er indes nicht zu sagen. Das hänge von der Auslastung der Anlage und den Ölpreisen ab, die bekanntlich derzeit recht niedrig seien.
Wichtig ist den Baitzern, dass das Heizmaterial für das Kraftwerk aus der Region kommt. Am kommenden Montag erwarten sie demnach eine erste große Lieferung für die Kessel aus dem 20 Kilometer entfernten Treuenbrietzen. Die Wertschöpfung bleibe vor Ort, das sei der Genossenschaft ein wichtiges Anliegen.
Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) betonte anlässlich des Starts der Anlage, dass in Baitz nun jährlich rund 90 000 Liter Heizöl und Flüssiggas eingespart würden. "Die Energiewende macht Fortschritte", sagte der Minister. Dafür sei die hochmoderne Heizungsanlage der Baitzer Heizer ein gutes Beispiel.