Studentenvertreter beider Länder übten Kritik an "Bürokraten, die sich offenbar freuen, ein fehlendes I-Tüpfelchen entdeckt zu haben". Solcherlei Spitzfindigkeiten würden keine Entlastung für den Landeshaushalt bringen, "sondern nur unnötige Belastungen für die Studenten", hieß es.
Nun haben die beiden Länder nach fast vier Jahren mit Gesetzesänderungen den Weg dafür freigemacht, dass grundsätzlich wieder alle überall günstig essen können. Allerdings müssen dafür die Studentenwerke miteinander Vereinbarungen treffen.
Zwischen Potsdam und Berlin gilt seit Mitte März eine solche Abmachung. Davon profitieren auch Studenten in Wildau und Brandenburg/Havel. Aber zwischen dem Studentenwerk Frankfurt (Oder) und Berlin gab es keine Einigung. Studierende aus der Oderstadt sowie aus Eberswalde, Cottbus und Senftenberg müssen weiter den vollen, mitunter dreimal so hohen Preis zahlen, wenn sie eine Berliner Mensa aufsuchen.
"Wir konnten das Berliner Studentenwerk nicht davon überzeugen, einer Regelung zuzustimmen", bedauert Peter Heiß, Chef des Potsdamer Studentenwerks sowie kommissarischer Leiter des Frankfurter Werks. Während man davon ausgehe, dass sich die Zahl der "Fremdesser" zwischen Berlin und Potsdam ausgleiche, sei anzunehmen, dass deutlich mehr Frankfurter die Berliner Kantinen nutzen als umgekehrt, erklärt Heiß.
Die Studentenvertretung AStA an der Frankfurter Viadrina kritisiert den Status quo. Pressereferent Florian Blume fordert auch für Frankfurt eine Regelung nach Potsdamer Muster. Peter Heiß sagt, dass er den Ärger der Studierenden verstehen könne. Seiner Meinung nach sei es Aufgabe der Bundesregierung, hier allgemeingültige Lösungen zu finden.