Für die Gärtner in der historischen Parkanlage von Potsdam-Sanssouci bringt der Frühling jetzt viel Arbeit: Es muss gehackt und geharkt, gepflanzt und geschnitten werden. „Die Beete müssen von Reisig und Zweigen befreit werden“, sagte Sven Hannemann, Fachbereichsleiter in der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, auf Anfrage.
Dort warten Tulpen, Narzissen und Kaiserkronen auf ihren großen Auftritt. Die grünen Blattspitzen sind schon ausgetrieben. „An den Blüten wurden schon die ersten Bienen gesichtet“, sagte der Gärtner. Fast beendet wurden nach den Angaben außerdem die Aufräumarbeiten an Hecken und Bäumen.

Frühjahrsblüher stehen in der Gärtnerei bereit

In der Parkgärtnerei stehen nach Angaben von Hannemann bereits 70.000 Frühjahrsblüher bereit, die in den Boden kommen. Er rechne damit, dass die ersten Pflanzen in etwa zwei bis drei Wochen ihren Platz in Rabatten und Beeten erhalten. „Wenn das frühlingshafte Wetter anhält“, sagte er. Stiefmütterchen, Tausendschönchen, Primeln und Vergissmeinnicht - in verschiedenen Sorten, Größen und Farben und alle aus Samen gezogen - werden dann gesetzt.

Schäden durch Winter und Klimawandel

„Die Sonne bringt aber auch die Schäden des Winters und der Klimakatastrophe ans Licht“, sagte Hannemann. Durch „Wildrodler“ seien große Schäden an kleinen Hängen und Hügeln angerichtet worden. Eine extra angelegte Trockenrasenfläche sei stark in Mitleidenschaft gezogen worden. „Wir müssen sehen, was überlebt hat“, sagte er. Am Ruinenberg müssen 87 abgestorbene Rotbuchen gefällt werden, die die drei vergangenen trockenen Sommer nicht überstanden hätten, sagte er. „Jetzt wird überlegt, welche Bäume die Verluste nun ersetzen sollen.“
Noch bis Mai vermutlich bleiben die rund 1000 Kübelpflanzen in den beiden Überwinterungshallen der Orangerie. Dann werden auch diese ins Freie geschafft. Zur Sammlung gehören Lorbeerbäume, Oliven, Zitruspflanzen, Schneebälle, Steineichen, aber auch Granatäpfel.