Fast 100.000 Kunden hat die Energie Mark Brandenburg GmbH (EMB) – vor allem in Brandenburg. Am Mittwoch hat der Grundversorger mitgeteilt, dass die Preise für Erdgas zum 1. Januar 2023 erhöht werden.
Laut einer Mitteilung des Unternehmens aus Brandenburg soll der Preis für Kundinnen und Kunden in der Grundversorgung fast verdoppelt werden. Bisher zahlten sie einen Arbeitspreis für die Grundversorgung bei Gas um 9,62 Cent je Kilowattstunde (inkl. 7 Prozent Umsatzsteuer). Ab 1. Januar 2023 zahlen sie einen neuen Arbeitspreis von 20,23 Cent/Kilowattstunde. Die EMB rechnet vor:

Kosten von über 300 Euro pro Monat für ein Einfamilienhaus

Bei einem Verbrauch von 18.000 Kilowattstunden, das entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch eines Einfamilienhauses, werden insgesamt rund 313 Euro im Monat fällig – ohne Berücksichtigung des Gaspreisdeckels. Das sind fast 145 Euro mehr pro Monat. Der Grundpreis soll sich nicht erhöhen. Alle Preise würden seit Oktober 2022 mit einer Umsatzsteuer von 7 Prozent berechnet.
Als Begründung nennt die EMB das seit Monaten sehr hohe Preisniveau am Großhandelsmarkt für den langfristigen Einkauf von Erdgasmengen.

Wie sieht es mit Gaspreisdeckel der Bundesregierung aus?

Die Bundesregierung hat umfangreiche Maßnahmen zur Entlastung der Bürger geplant. So entfällt für Privatkunden im Dezember der Abschlag. Nach Auskunft der EMB soll über die Umsetzung der weiteren Pläne zur konkreten Umsetzung der Soforthilfe noch im November informiert werden. „Den weiter vorgesehenen Gas-/Wärme- sowie Strompreisdeckel im Jahr 2023 wird die EMB nach den noch zu beschließenden gesetzlichen Vorgaben umsetzen“, hieß es.
So wird gerechnet: Unterstellt man die aktuell diskutierte Deckelung des Gaspreises für Privatkunden auf 12 Cent je Kilowattstunde für 80 Prozent des Vorjahresverbrauches ab März ergäben sich im Jahr 2023 bei gleichbleibendem Jahresverbrauch von 18.000 Kilowattstunden Kosten von rund 245 Euro pro Monat für das Einfamilienhaus. Mit Einsparmaßnahmen ließe sich die persönliche Belastung weiter signifikant senken.

Was, wenn der Kunde nicht zahlen kann?

Die EMB rät Kundinnen und Kunden, ihre Abschlagshöhen zu prüfen sowie ihre individuellen Energiesparmöglichkeiten ausloten. Sollten Kundinnen und Kunden in Zahlungsschwierigkeiten kommen, bietet der Kundenservice der EMB Hilfe an. Ratenzahlungen oder vorübergehende Stundungen könnten vereinbart werden, ebenso wird zu Energiesparmöglichkeiten beraten. Damit Unterstützung angeboten und Vereinbarungen getroffen werden können, sollen sich betroffene Kundinnen und Kunden beim Kundenservice melden.
Es wird empfohlen, den genauen Zählerstand zu übermitteln. Das führt zu einer genauen Abrechnung. Damit der Gaslieferant den Verbrauch nicht rechnerisch ermitteln muss, sondern die Abrechnung verbrauchsgerecht erstellen kann, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher ihren Zählerstand mitteilen. Kundinnen und Kunden der EMB können dies direkt über das Online-Portal MEINE EMB machen.

Bundesrat beschließt Soforthilfe als Entlastung für Gaskunden

Der Bundesrat hat am Montag den Weg für die milliardenschwere einmalige Soforthilfe für Gas- und Fernwärmekunden frei gemacht. Die Länderkammer verzichtete in einer Sondersitzung darauf, zu dem vom Bundestag in der vergangenen Woche beschlossenen Gesetz den Vermittlungsausschuss anzurufen. Damit ist es gebilligt.
Die Soforthilfe ist als Überbrückung gedacht, bis die Gaspreisbremse wirkt, was im kommenden März der Fall sein soll. Die Bundesregierung prüft aber ein Vorziehen auf Februar. Die Bundesregierung rechnet mit Kosten von neun Milliarden Euro. Das Gesetz soll umgehend nach der Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten und der Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft treten.
Vorgesehen ist, dass sogenannte Letztverbraucher von leitungsgebundenem Erdgas und Wärmekunden grundsätzlich von der Dezember-Abschlagszahlung freigestellt werden. Das gilt zum Beispiel für Alleineigentümer eines einzelnen Hauses, die einen direkten Gasliefervertrag mit einem Versorger haben, aber auch für kleine und mittlere Firmen. Der Entlastungsbetrag soll gutgeschrieben werden.