Ministerpräsident Dietmar Woidke erinnerte daran, dass der gebürtige Pommer sich gern als "Häuptling der Streusandbüchse" sah.  Menschen fühlten sich von ihm gesehen, nannte Woidke als eine der Ursachen für die Beliebtheit des Verstorbenen. Er hob hervor, dass Stolpe früh den Blick nach Osten öffnete, viele Partnerschaften mit Polen und Russland begründete, auf denen das Land heute aufbauen kann.
Ausführlich würdigte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das politische Wirken von Manfred Stolpe. "Ein Ostdeutscher, der den Ostdeutschen Mut machte, und der Menschen aufrichten konnte", so beschrieb er den Potsdamer – ein Brückenbauer, einen Meister des Dialogs.
Steinmeier erinnerte daran, dass der Kirchenjurist sich für viele Menschen einsetzte, die vom DDR-System bedrängt oder verfolgt wurden. Es sei notwendig gewesen, mit dem Unrechtsregime zu verhandeln, betonte der Bundespräsident. Auch wenn nach der Wende einige Stolpe dies zum Vorwurf machten, auch solche, denen er geholfen hat.
Stolpe habe nach der Wende nicht nur mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen das Schockartige verstanden, das den Menschen widerfuhr, wenn sie ihren Arbeitsplatz verloren. Viele derartige Verletzungen wirkten bis heute nach. Die ostdeutsche Geschichten sei immer noch kein selbstverständlicher Teil des gesamtdeutschen Wir geworden. Daran zu arbeiten, sei im 30. Jahr der Einheit das Vermächtnis des Verstorbenen, sagte der Bundespräsident.
Zum Abschied der Gedenkveranstaltung spielte das Landespolizeiorchester die "Märkische Heide", jenes zur brandenburgischen Hymne gewordene Lied, das Manfred Stolpe bei seinen Auftritten zu Beginn der 90er gern nutzte, um die Identität des neu gegründeten Landes zu fördern.
Hochrangige Politiker
Zu den zahlreichen Gästen zählten die ehemaligen Bundestagspräsidenten Rita Süssmuth und Wolfgang Thierse, der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder, der  Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller, seine Vorgänger Walter Momper und Eberhard Diepgen, der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck, die Regierungschefin von Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Auch Vertreter des Hauses Hohenzollern waren anwesend.