Eine Bande von Schleusern soll Menschen aus Syrien und Irak mit Autos und Transportern nach Deutschland eingeschmuggelt haben. Dabei sollen sie die Flüchtlinge bedroht und angegriffen sowie durch die Bedingungen beim Transport stark gefährdet haben. Mit einer großen Razzia in Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen ging die Polizei nun am Mittwoch gegen die Schleuser vor, wie die Bundespolizei mitteilte. Vier verdächtige Männer im Alter zwischen 25 und 45 Jahren wurden festgenommen. Nach zwei weiteren wird gefahndet.
Die Bundespolizei durchsuchte insgesamt 14 Objekte bundesweit, davon mehrere in Forst und in Cottbus. Den insgesamt sechs Beschuldigten wird bandenmäßiges gewerbsmäßiges Einschleusen von Ausländern in über 60 Fällen mit 300 Personen vorgeworfen.
Insgesamt gibt es sechs Beschuldigte, drei in Berlin, zwei in Forst und einer in Siegen. Es waren 375 Beamte im Einsatz. Das Ermittlungsverfahren selbst werde von der Staatsanwaltschaft Görlitz geführt.

Schleuser in mehreren Bundesländern

Bei den Razzien geht es um die Bekämpfung der gewerbs- und bandenmäßigen Schleusungskriminalität. Zunächst hatte der MDR von den Razzien berichtet.
Die Menschenschleuser sollen demnach mehrere Hundert Geflüchtete aus Syrien nach Deutschland eingeschleust und damit viel Geld verdient haben.
„Den Schleusern ist das Leben des einzelnen Geschleusten völlig egal“, sagt Andreas Roßkopf, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei und Zoll, dem MDR. Schleusungskriminalität, so Roßkopf, sei ein „hochprofessionelles und hochkriminelles Geschäft“ mit „mafiösen Strukturen“, das sich auch deswegen schwer bekämpfen lasse, weil die Hintermänner gar nicht in Deutschland sitzen würden, so Roßkopf gegenüber dem MDR.

Geflüchtete über Belarus eingeschleust

Die Bande soll in 60 Fällen mindestens 300 Menschen nach Deutschland gebracht haben. Pro Person sollen dafür zwischen 3500 und 10 000 Euro kassiert worden sein. Das Geld sei zum Teil auch mit Gewalt eingetrieben worden. Bei den Fahrten mit den Transportern und Autos sollen die Täter „Umstände in Kauf genommen haben, die bei einem Unfall zu schweren bis lebensbedrohlichen Verletzungen hätten führen können“, hieß es von der Bundespolizei.
Anfangs führte die Strecke aus Syrien und Irak über Belarus nach Deutschland, später dann über den Balkan. Erste Verdachtsmomente habe es an der deutsch-tschechischen und der deutsch-polnischen Grenze gegeben, hieß es weiter. Die sechs Verdächtigen sind laut Sprecher Iraker und Syrer.