Der Besuch vieler Menschen im Berliner Zoo hat am Freitag abrupt geendet. Wegen eines Vogelgrippe-Falls wurde der Zoo am Freitag geräumt und ist ab sofort geschlossen - wie lange, ist noch unklar. Mitarbeitende forderten die Besucher und Besucherinnen am Nachmittag zum Verlassen des Geländes auf. Anschließend wurden die Rollos an den Kassen heruntergelassen, am verschlossenen Eingangstor war zu lesen: „Ein Vogel aus dem Zoo Berlin wurde positiv auf die Vogelgrippe getestet, daher bleibt das Gelände vorsorglich für Gäste geschlossen.“
Betroffen ist ein Wasservogel, genauer gesagt ein Hammerkopf. Er sei bereits am Sonntag gestorben, hieß es vom Zoo - nun habe das Labor ein positives Ergebnis für die Vogelgrippe gemeldet.
Seitdem das Virus seit einigen Jahren auch in Mitteleuropa häufiger auftrete, gebe es immer wieder stichprobenartige Untersuchungen von toten Tieren.
„Ich kann jetzt erstmal einen Fall bestätigen“, sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Verbraucherschutz. Der Zoo bleibe nun erstmal zu. Am frühen Freitagnachmittag war der Zoo geräumt worden, wie eine dpa-Reporterin vor Ort beobachtete.

Auch Berliner Tierpark trifft Vorsichtsmaßnahmen

Auch der Tierpark damit, Vögel in Stallungen zu bringen. Das teilte der Zoologische Garten am Freitag mit. Es geschehe „vorsorglich“ mit einem „Großteil“ der Vögel.
Nach Angaben des FLI gab es in Deutschland bereits Schließungen von Zoos aufgrund der Vogelgrippe. Das gehöre zu den „initialen Maßnahmen“ bei einem Fall in einem Zoo, hieß es. Demnach habe es innerhalb der vergangenen 28 Tage deutschlandweit zwei Fälle von Vogelgrippe bei Zoo-Vögeln gegeben - einen in Nordrhein-Westfalen und einen in Bayern.
Jetzt hat es also auch Berlin erwischt. Wie lange die Menschen in Berlin auf Pandas & Co. verzichten müssen, war zunächst nicht bekannt. „Zur Dauer der Schließung können wir aktuell keine Aussage treffen – wir wissen es aktuell schlicht noch nicht“, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. Bis dahin müssen sich die Besucher und Besucherinnen mit den Tieren im Aquarium begnügen - das bleibt laut Aushang vorerst offen.
Nahezu alle Vögel, inklusive der Pinguine, seien in rückwärtige Volieren und Stallungen gebracht worden. „Glücklicherweise zeigt kein weiteres Tier entsprechende Krankheitssymptome“, sagte der Zoologische Leiter von Zoo und Tierpark Berlin, Christian Kern. Sie würden dennoch auf das Virus getestet. Die mit der Versorgung von Vögeln betrauten Mitarbeitenden trügen Schutzkleidung, um eine Verschleppung des Virus auszuschließen, hieß es weiter. Von der Veterinärbehörde sei die Sperre des Tierbestandes des Zoologischen Gartens angeordnet worden. Auch der Tierpark Berlin habe vorsorglich damit begonnen, einen Großteil der Vögel in Stallungen zu bringen.
Die sogenannte aviäre Influenza ist bekannt als Vogelgrippe oder Geflügelpest. Das Virus dahinter heißt H5N1. Es ist bisher nur in seltenen Einzelfällen mit Infektionen beim Menschen in Verbindung gebracht worden. In Vogelbeständen kann es sich jedoch leicht ausbreiten - für sie ist es eine tödliche Gefahr.
Laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) sind nicht alle Vogelarten gleichermaßen betroffen - Tauben scheinen etwa weniger anfällig zu ein. Allerdings könnten sich prinzipiell auch verschiedene Säugetiere infizieren.