Die Pflege im Heim wird für Pflegebedürftige und deren Familien in Brandenburg immer teurer. Die selbst zu zahlenden Anteile stiegen auf 1817 Euro im Monat - zu Beginn des Jahres waren es noch 1729 Euro. Das geht aus neuen Daten des Verbands der Ersatzkassen mit Stand vom 1. Juli hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.
Im bundesweiten Schnitt kletterte der Eigenanteil auf 2125 Euro pro Monat - 57 Euro mehr als zu Jahresbeginn und 110 Euro mehr als Mitte vergangenen Jahres. Es gibt erhebliche regionale Unterschiede. Im Vergleich der Bundesländer am teuersten bleiben Heimplätze in Nordrhein-Westfalen mit nun 2496 Euro. Am niedrigsten ist die Belastung für Heimbewohner dagegen in Sachsen-Anhalt mit 1539 Euro.

Eigenanteil stieg von 784 auf 850 Euro in Brandenburg

In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Die Pflegeversicherung trägt - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten. Für Heimbewohner kommen Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen in den Einrichtungen hinzu. Der Eigenanteil allein für die reine Pflege stieg nun im bundesweiten Schnitt auf 873 Euro, nachdem es zum 1. Januar noch 831 Euro waren. In Brandenburg liegt er bei 850 Euro. Zu Jahresanfang waren es noch 784 Euro monatlich.

Schrittweise Entlastung ab Januar 2022

Finanzielle Entlastung soll eine Pflegereform bringen, die die große Koalition beschlossen hat. Heimbewohner sollen ab 1. Januar 2022 einen neuen Zuschlag bekommen. Der Eigenanteil für die reine Pflege soll so im ersten Jahr im Heim um 5 Prozent sinken, im zweiten Jahr um 25 Prozent, im dritten Jahr um 45 Prozent und ab dem vierten Jahr um 70 Prozent.
Die Vorstandschefin des Verbandes der Ersatzkassen, Ulrike Elsner, sagte der dpa, eine solche „kleine Pflegereform“ reiche bei weitem nicht aus. Es gelte, Pflegebedürftige spürbar zu entlasten und die Finanzierung langfristig zu sichern. Nötig sei unter anderem ein dauerhaft höherer Steuerzuschuss.