Ursprünglich ging es um ein am vergangenen Donnerstag entstandenes Foto, auf dem neun Beamte der 3. Einsatzhundertschaft aus Cottbus in der Stadt vor einem Graffito "Stoppt Ende Gelände" nebst abgebildetem Krebs posieren. Der stilisierte Krebs ist in der Lausitz als Symbol rechtsextremistischer Gruppierungen bekannt. Das Foto kursierte zuerst in einem rechten Internet-Kanal.
Noch am Donnerstagabend hatte der Polizeiführer die neun Beamten beauftragt, das gesamte Graffito zu entfernen. Doch der Krebs und die Buchstaben "DC" nebst Ausrufezeichen blieben sichtbar. "DC" steht für "Defend Cottbus", ein Slogan örtlicher Rechtsextremisten. Die Interne Revision hat bei der Cottbuser Polizei entsprechende Farbreste gefunden. Klar sei auch, "dass die neun Beamten bevor sie den Ereignisort nach der beauftragten Entfernung verließen, diesen Schriftzug zumindest kannten und ihn auch dokumentierten". Es gibt davon nämlich ein weiteres von den Polizisten gemachtes Foto.
"Eine Veränderung des Buchstabens E zum Buchstaben C erst nachdem die neun Polizeibeamten den Ereignisort verließen ist damit ausgeschlossen", schreibt die Polizei. "Die Beamten haben demnach den Ereignisort unter Zurücklassung des Kürzels DC! samt Krebs verlassen."
Die in der Polizeimitteilung unausgesprochene Vermutung ist offenbar, dass die Polizisten selbst den Neonazi-Slogan auf die Wand gepinselt haben könnten. Man unternehme weiterhin alles, um den Fall restlos aufzuklären, hieß es. Das Kommissariat Amtsdelikte des Landeskriminalamtes und die Staatsanwaltschaft seien eingeschaltet.
Während die Polizeiführung eine konsequente Linie demonstriert, gab es von der Gewerkschaft der Polizei am Dienstag Rückendeckung für die neun Beamten: "Da ist nichts mit rechts, da ist nichts mit auf dem rechten Auge blind, da ist kein Verstoß gegen das Neutralitätsgebot. Es ist einfach unüberlegt", sagte Landeschef Andreas Schuster. "Dass der Schriftzug im Nachhinein verändert wurde, muss untersucht werden. Ich bin sicher, dass unsere Kolleginnen und Kollegen damit nichts zu tun haben."