Löhne und Gehälter der insgesamt etwa 200 Mitarbeiter der getgoods-Gruppe - neben dem Hauptsitz in Frankfurt (Oder) gibt es eine Außenstelle in Schönefeld (Dahme-Spreewald) - seien durch Insolvenzgeld der Arbeitsagentur gesichert. "Die Insolvenzanmeldung der operativen Gesellschaft der getgoods.de AG hat keinen Einfluss auf das laufende Geschäft", wird Wienberg in der Mitteilung zitiert. Er zeigte sich optimistisch, was die Zukunftschancen des Unternehmens angeht. "Getgoods.de ist ein gut eingeführtes Unternehmen in einem Wachstumsmarkt. Insofern sehe ich durchaus Chancen für eine Sanierung."
Interessant an der Mitteilung von Wienberg ist, dass sich getgoods demnach bereits einige Zeit vor der Erklärung der Zahlungsunfähigkeit "von der auf insolvenzrechtliche Beratung spezialisierten Kanzlei Grub Brugger beraten" ließ, die auch die Koordination mit dem vorläufigen Gläubigerausschusses und dem Insolvenzgericht vorgenommen habe. Firmenchef Markus Rockstädt-Mies hatte dagegen noch Ende Oktober erklärt, man laufe nicht Gefahr, in eine Notlage zu geraten: "Wir haben das vorher alles ganz genau ausgerechnet."
Und wer könnte zu den ersten Übernahmeinteressenten gehören, die Rüdiger Wienberg erwähnt? Im September soll es Medienberichten zufolge Gespräche zwischen getgoods und der Metro-Tochter Media-Saturn bezüglich einer Übernahme gegeben haben, die aber angesichts der Forderungen, die getgoods hatte, gescheitert seien. Ob Media-Saturn angesichts der veränderten Umstände erneut über eine Übernahme nachdenkt, war von dem großen Elektronikhändler nicht zu erfahren. Eine Sprecherin bat dafür um Verständnis, "dass wir solche Spekulationen nicht kommentieren".