Auch im Landtag und den Ministerien sei die vorgeschriebene Schwerbehindertenquote zum Teil nicht erfüllt, sagte Armbruster im Gesundheitsausschuss am Mittwoch in Potsdam. Im Landtag liege die Quote derzeit bei 3,6 Prozent. Öffentliche und private Arbeitgeber mit mehr als 20 Arbeitsplätzen müssen mindestens fünf Prozent mit schwerbehinderten und ihnen gleichgestellte Mitarbeitern besetzen.
Viele Unternehmen im Land nutzen die Ausgleichsabgabe, die fällig wird, wenn die gesetzliche Quote nicht erfüllt ist, wie Armbruster sagte. Derzeit liege die Arbeitslosenquote in Brandenburg bei etwa fünf Prozent. Bei Menschen mit Behinderung liege sie bei 10 Prozent. An dieser Zahl sehe man, „hier drückt der Schuh“, sagte sie.
In Brandenburg leben rund 500.000 Menschen mit Behinderung. „Das sind 20 Prozent unserer Gesellschaft“, so Armbruster, die seit rund vier Wochen im Amt ist. „Wir sehen nicht die Stärken, wir sehen die Schwächen.“ Dabei seien behinderte Menschen am Arbeitsplatz häufig motivierter und engagierter. Mit einer Kampagne will Armbruster mehr Akzeptanz im Land für Menschen mit Behinderung und ihre Bedürfnisse schaffen.