Am Wochenende feiert der Landesjagdverband (LJVB) auf Schloss Diedersdorf sein traditionelles Jägerfest. Gäste sind bei der zweitägigen Schau rund um das Thema Jagd herzlich willkommen. LJVB-Geschäftsführer Matthias Schannwell erklärt im Gespräch mit , was die Delegierten derzeit politisch beschäftigt.
Herr Schannwell, findet der diesjährige Landesjägertag in für die Zunft guten oder schwierigen Zeiten statt?
Wir sind ein gut und solide aufgestellter Verband, befinden uns hier in ruhigem Fahrwasser. Richtet man den Blick nach außen, gibt es Dinge, die uns große Sorgen machen. Zum Beispiel die drohende Afrikanische Schweinepest sowie der Umgang mit dem Wolf.
In den vergangenen Wochen ist es ruhig geworden um das Thema ASP, also die Afrikanische Schweinepest.
Die Lage ist unverändert ernst. Deshalb haben wir kürzlich auch einen Brief an Brandenburgs Ministerpräsidenten geschrieben und um Unterstützung gebeten. Leider haben wir von einem uns unbekannten Mitarbeiter nur eine sehr allgemein gehaltene Antwort bekommen, die uns nicht befriedigt.
Von der Schaffung von Bejagungsschneisen an Feldrändern bis zu Veränderungen bei der Trichinenschau richten Sie insgesamt sieben Forderungen an Dietmar Woidke. Erwarten Sie Zustimmung auf ganzer Linie?
Wir wollen in einen Dialog treten, uns als Helfer anbieten. Und wir sind der Meinung, dass die ASP Chefsache ist, weil bei einem Ausbruch erhebliche Schäden drohen.
Was genau ist hier derzeit die größte Sorge der Jägerschaft?
Der Stand der Vorbereitungen auf einen möglichen Seuchenfall ist in den Landkreisen sehr unterschiedlich. Manche Landräte nehmen das Thema sehr ernst, andere behandeln es eher nachrangig. Hier wünschen wir uns Druck vom Land, dass alle Kreise auf einem Stand sind und wir Jäger in die Planungen einbezogen werden.
Zum Umgang mit dem Wolf gibt es verschiedene Initiativen. Was schlagen Sie vor?
Das Präsidium unseres Verbandes wird den Delegierten am Wochenende einen Antrag vorlegen, mit dem das Land zu einem aktiven Wolfsmanagement aufgefordert werden soll. Das heißt auch: Bestandsregulierung durch Jagd. Die Lösung des Wolfs-Problems kann nur über eine überwachte Jagd erfolgen. Er soll nicht ausgerottet werden, aber wenn wir Akzeptanz für den Wolf wollen, muss es möglich sein, Tiere zu entnehmen.
Der Weg dahin dürfte noch weit sein.
Mittelfristig muss das Ziel sein, Wölfe wie das übrige Wild ganz regulär zu bejagen. Bis die Gesetzesmühlen so weit sind, braucht es eine gewisse Zeit. Was jetzt schon geht, sind Schutzjagden nach skandinavischem Vorbild. Das wäre ein erster Schritt, wenn zum Beispiel für Weidetiere in einer konkreten Region Gefahr im Verzug ist. Dann wird genau festgelegt, wie viele Wölfe dort entnommen werden dürfen.

Jägerfest auf Schloss Diedersdorf


■ Am Sonnabend und Sonntag lädt der Landesjagdverband zum Jägerfest auf Schloss Diedersdorf (Teltow-Fläming). Bei freiem Eintritt gibt es viele Infos rund um das Thema Jagd und kulinarische Leckereien. Mehr als 30 Aussteller haben sich angemeldet, die unter anderem Jagdzubehör präsentieren. Jagdmaler, Messerschmied, Pfeifendoktor, Holzschnitzer und Präparator zeigen ihr handwerkliches Geschick.

■ Anlass für das Fest ist die obligatorische Landesdelegiertenkonferenz des Verbandes, auf der aktuelle Fragen rund um die Jagd diskutiert werden. Auf der Hegeschau präsentiert die Jägerschaft zudem die Trophäen der vergangenen Jagdjahre. Sie sollen auch Auskunft über die Wildgesundheit geben.

■ Eines der Highlights auf der Bühne im Schlossgarten ist der erstmalig ausgetragene Hirschruferwettbewerb. Außerdem sorgen Jagdhornbläsergruppen für gute Stimmung. Die Jagdhundeschau und die Greifvogelvorführungen dürften ebenso auch für Nicht-Jäger von  Interesse sein.

www.ljv-brandenburg.de