Das Umweltamt geht von einer durchschnittlichen Rudelgröße von acht Tieren aus. Die konkrete Anzahl der Tiere innerhalb eines Rudels hängt von der Geburtenrate und der Sterblichkeit im Jahresverlauf ab.
Während sich Umweltschützer über die Wiederansiedlung des Wolfes freuen, machen sich Landwirte zunehmend Sorgen. Sie berichten regelmäßig über Schäden an Nutztieren. Beim Umweltamt spricht man hingegen von Einzelfällen. Seit der Rückkehr des Wolfes im Jahr 2007 seien landesweit 153 Schadensfälle an Nutztieren registriert worden, bei denen ein Wolf als Verursacher ermittelt oder zumindest nicht ausgeschlossen werden konnte, hieß es bei der Plenumssitzung in Potsdam. Insgesamt sei die Schadensbilanz bei Nutztieren trotz zunehmenden Wolfsbestandes über die Jahre betrachtet rückläufig.
Wölfe ernähren sich hauptsächlich von Wild. Werden Nutztiere gerissen, sind zumeist Schafe betroffen. Aber auch Kälber oder wie zuletzt ein Pferdefohlen können zur Beute werden.
Der Landesjagdverband und der Bauernbund Brandenburg fordern, den strengen Schutzstatus der Tiere aufzuweichen und Wölfe jagen zu dürfen. Das Umweltministerium will hingegen weiter auf die Förderung von Maßnahmen zum Schutz von Nutztieren setzen. Seit 2008 hat das Land dafür knapp 600 000 Euro aus EU- und Landesmitteln an die Tierhalter ausgezahlt.
Der Wolfs-Managementplan wurde 2012 unter Beteiligung von 80 Behörden, Verbänden, Vereinen und wissenschaftlichen Institutionen beschlossen. Vertreter dieser Einrichtungen tauschen sich ein Mal im Jahr auf Einladung des Umweltministeriums zum Managementplan aus.