Marta hingegen hat zuletzt aus Uganda gesendet, nördlich von Kampala. Dort ist sie seit einigen Tagen und bewegt sich nicht voran. Allerdings ist Marta offenkundig nicht allein in dieser Gegend. Auch andere Schreiadler, die Sender tragen, halten sich noch immer in Uganda oder dem Sudan auf. Die Funkdaten zeigen den Greifvogel-Forschern Bernd-Ulrich und Christiane Meyburg: Derzeit scheinen sich die Schreiadler in Uganda und dem Südsudan zu sammeln. Das ist "besorgniserregend", sagt Bernd-Ulrich Meyburg. "Sie kommen auf keinen Fall pünktlich an, sie sind frühestens Ende April, Anfang Mai hier." Das aber ist zu spät für eine Brut; viele Schreiadler werden also vermutlich in diesem Jahr keine Jungen aufziehen.
Über die Ursachen kann Meyburg nur spekulieren. Gab es zu wenig Nahrung in den Überwinterungsgebieten? Machen die Tiere deshalb jetzt in Uganda und im Sudan Rast, um sich vor dem langen Wüstenflug noch einmal Reserven anzufressen?
Dass die Adler mit so viel Verzögerung zurückkehren, ist ungewöhnlich und selten. Normalerweise sind sie Mitte April wieder zurück. Aber es gab solche Jahre bereits, in denen die Tiere gleichfalls viel zu spät heimkehrten und nicht gebrütet haben. 1997 kam die Mehrzahl der Paare mit zwei bis drei Wochen Verspätung in Deutschland an und hat mit der Brut nicht mehr begonnen. Nur ein Drittel der Schreiadler-Paare hatte Junge.
Derzeit liegen aus dem Pulk der Vögel mit einem Sender nur zwei im Plan - sie haben es bereits bis Israel geschafft.
Zugrouten: satellite-telemetry.de