Monokulturen in deutschen Wäldern leiden nach den Erfahrungen des Brandenburger Waldökologen Pierre Ibisch stärker unter den Auswirkungen des Klimawandels. „Die Empfindlichkeit der Bäume ist dort stark ausgeprägt“, sagte der Wissenschaftler von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde am Mittwoch im inforadio des rbb.

Wäldern geht es so schlecht wie noch nie

Aus dem aktuellen Bericht zum Zustand der Wälder in Deutschland geht hervor, dass es den Bäumen in Deutschland im vergangenen Jahr so schlecht ergangen ist wie noch nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1984. Demnach haben Sturmschäden, Dürre und Schädlinge - allen voran der Borkenkäfer - dem Wald schwer zugesetzt. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) stellte den Bericht am Mittwoch in Berlin vor. Aus ihm geht hervor, dass in den Jahren 2019 und 2020 die Sterberate der Bäume im Vergleich zu den Vorjahren „deutlich höher geworden“ sei. Vor allem ältere Bäume über 60 Jahre seien vom Absterben bedroht, heißt es in dem Bericht. „Jeden Baum, den wir heute nicht nachziehen, der fehlt der kommenden Generation“, sagte Klöckner.

1,5 Milliarden Euro für Wiederbewaldung

Nun gehe es darum, den Wald nachhaltig wiederzubewalden. Dafür stünden Waldbesitzern und Forstwirten derzeit 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung, sagte Klöckner. Ein Teil des Geldes - 800 Millionen Euro - war bereits im Jahr 2019 als Bund-Länder-Paket auf den Weg gebracht worden.
Dem Brandenburger Wald geht es laut dem jüngsten Waldschadensbericht des Landes, vorgestellt Ende 2020, trotz leichter Erholung das dritte Jahr in Folge schlecht. Die Situation ist nach wie vor angespannt.
Das Land setzt nach Angaben des Ministeriums unter anderem auf die natürliche Verjüngung von Bäumen. Auch der Waldumbau hin zu mehr Mischwald soll in Brandenburg vorangetrieben werden.

Hilfe bei klimabedingten Waldschäden

2020 wurden in Brandenburg 2,5 Millionen Euro für den Waldumbau und rund sechs Millionen Euro für die Waldbrandvorbeugung bewilligt. Das Landes-Forstministerium hat dazu nach eigenen Angaben die Förderrichtlinie zur „Bewältigung der durch Extremwetterereignisse verursachten Folgen im Wald“ überarbeitet. Damit sollen Waldbesitzer bei klimabedingten Waldschäden Hilfe erhalten. Mittel von 16 Millionen Euro im Jahr stünden dafür bereit, hieß es.
Brandenburg verfügt über 1,1 Millionen Hektar Wald. Dies entspricht 37 Prozent der Landesfläche. Auf über 70 Prozent der Waldflächen im Land ist die Kiefer immer noch die Hauptbaumart.