In den vergangenen Jahren teilten sie sich die Aufgabe als Fraktionschef im Landtag. Es ist keine  Überraschung, dass sie nun die mit SPD und CDU ausgehandelten beiden Ministerposten für die Grünen besetzen sollen. Während die beiden größeren Kenia-Partner sich noch mit ihren Personalien zurückhalten, machen die Grünen Nägel mit Köpfen. Schließlich soll die Basis bei der Urabstimmung über den Koalitionsvertrag ab kommender Woche  auch wissen, wer mit am Kabinettstisch sitzen wird.
Ursula Nonnemacher bringt als Ärztin und langjährige sozialpolitische Sprecherin im Landtag gute Voraussetzungen für das neue Großressort Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz mit. Axel Vogel war lange Zeit im Landesumweltamt tätig. Der Eberswalder soll das Ressort Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz leiten. Offen bleibt vorerst, wie die Staatssekretärsposten besetzt werden. Für das Gesundheitsministerium sind zwei vorgesehen, für Landwirtschaft einer.
Anders als die SPD praktizieren die Grünen eine strikte Trennung von Amt und Mandat. Folglich müssen Vogel und Nonnemacher ihre Sitze im Landtag niederlegen. Die Nachrücker stehen schon fest: die RBB-Moderatorin Carla Kniestedt kann ins Parlament einziehen, ebenso wie Michael Luthardt. Der Barnimer ist Chef des Landeskompetenzzentrums Forst. Er saß von 2009 bis 2014 schon einmal im Landtag, damals noch für die Linke.
Die neue Landtagsfraktion muss sich auch eine neue Doppelspitze suchen. Erste Weichen sind dafür schon gestellt. Benjamin Raschke, Spitzenkandidat zusammen mit Nonnemacher, wurde bereits zum stellvertretenden Fraktionschef gewählt. Ein Posten, der wieder abgeschafft wird, wenn Raschke Fraktionschef werden sollte. Als mögliche Ko-Vorsitzende wird Marie Schäffer gehandelt, die in Potsdam das erste Direktmandat für ihre Partei erringen konnte. Aber auch Isabel Hiekel aus der Lausitz wird eine Kandidatur zugetraut.
Anfang Dezember muss auch eine neue Doppelspitze für den Landesvorsitz gewählt werden. Die jetzigen Chefs, Petra Budke und Clemens Rostock, haben ein Landtagsmandat und dürfen nicht wieder antreten. Bei den Grünen wird damit gerechnet, dass Alexandra Pichl, die zu Beginn des Jahres als Spitzenkandidatin angetreten war und gegen Nonnemacher unterlag, antreten könnte.