Die Lausitz Energie Kraftwerke Aktiengesellschaft (Leag) hat den Block E des Kraftwerkes Jänschwalde am Donnerstag (6. Oktober 2022) wieder zurück ans Stromnetz gebracht. Der 500-Megawatt-Block leistet seinen Beitrag als Versorgungsreserve in der Energiekrise. Das bestätigt Leag-Sprecherin Kathi Gerstner.
Der Kraftwerksblock war seit Oktober 2019 für Notsituationen im Stromnetz als Reserveanlage in der Sicherheitsbereitschaft vorgehalten worden. Der Fall ist eingetreten. Deutschland muss Erdgas bei der Verstromung sparen.
Der Generator des zuerst stillgelegten Kraftwerksblockes E im Kraftwerk Jänschwalde ist wieder betriebsbereit.
Der Generator des zuerst stillgelegten Kraftwerksblockes E im Kraftwerk Jänschwalde ist wieder betriebsbereit.
© Foto: Frank Hammerschmidt
Eine Woche nach der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz erlassenen Verordnung zur befristeten Ausweitung des Stromerzeugungsangebotes kann der Block nun wieder am Strommarkt teilnehmen und damit die Stromversorgung über die kommenden Herbst- und Wintermonate vor dem Hintergrund der aktuellen Energiekrise absichern helfen.

Landesumweltamt entscheidet für Inbetriebnahme

Das Landesamt für Umwelt (LfU) des Landes Brandenburg hat den immissionsschutzrechtlichen Ausnahmeantrag der Lausitz Energie Kraftwerke Aktiengesellschaft (Leag) für die Wiederinbetriebnahme der Blöcke E und F des Kraftwerks Jänschwalde positiv beschieden. Das ist erforderlich gewesen, weil die schon eingemotteten Anlagen des Kraftwerksriesen nicht mehr dem neuesten technischen Stand bei der Abgasreinigung entsprechen. Die Grenzwerte sind vor zwei Jahren im Bundes-Immissionsschutzgesetz geändert worden.

Berlin

Das Kraftwerk Jänschwalde gilt in Deutschland als drittgrößte Schadstoffschleuder – nach den Braunkohlekraftwerken Neurath und Niederaußem.

Zweiter Reserveblock des Kraftwerkes Jänschwalde auch flott?

Auch für den zweiten 500-Megawatt-Block F bereitet die Leag derzeit die Netzschaltung im Rahmen der Versorgungsreserve vor. Er befand sich seit Oktober 2018 in der Sicherheitsbereitschaft. Beide Kraftwerksblöcke wurden für einen länger andauernden Betrieb in den letzten Monaten technisch aufwändig instand gesetzt.
„Die Sicherheitsbereitschaft war Neuland für Braunkohlenkraftwerke. Noch nie wurden funktionstüchtige Braunkohlenkraftwerksblöcke stillgelegt, um sie nach Bedarf wieder ans Netz zu bringen. Trotz vieler Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft in den vergangenen Jahren, war der Instandhaltungsaufwand für einen nun kontinuierlichen Betrieb umfangreich“, sagt Andreas Thiem, der Leiter des Kraftwerkes Jänschwalde. Die Leag-Mitarbeiter und Servicefirmen haben einen guten Job gemacht und den ersten Block zügig zurück ans Netz gebracht.
Der Bund zahlt Millionensummen aus den Netzentgelten der Verbraucher an die Braunkohle-Kraftwerksbetreiber, die im Kohleausstieg schon abgefahrene Anlagen vier Jahre lang betriebsbereit halten müssen. Der Vertrag zwischen Bund und Braunkohleindustrie schreibt fest, dass schlummernde Kraftwerksblöcke innerhalb von zehn Tagen wieder einsatzbereit ans Netz genommen werden müssen. Auch mit genügend Personal und Rohstoff-Ressourcen.