Der Brandenburger Tierarzt Stephan Nickisch rechnet nach dem deutschlandweit ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest im Land mit weiteren Funden infizierter Tiere.
„Vor allem rund um die Hotspots, wo bereits verendete Wildschweine entdeckt wurden, muss man das erwarten“, sagte Nickisch am Montag. Als mögliche Infektionsquelle für gesundes Schwarzwild müssten sie aus der Umwelt geborgen und beseitigt werden.

13 weitere Fälle von Schweinepest

Am 10. September war nach der Entdeckung eine toten Tieres in Schenkendöbern im Kreis Spree-Neiße das Virus in einem ersten Fall amtlich nachgewiesen worden. Mittlerweile gibt es 13 Fälle.
Die Seuche ist für Menschen ungefährlich, aber für Haus- und Wildschweine meist tödlich. In einer Gefahrenzone gelten Beschränkungen wie ein Jagdverbot, in einer Kernzone dürfen Wald und Landschaft nicht betreten werden. Die Kernzone ist mittlerweile von anfangs 40 Quadratkilometern auf derzeit 150 Quadratkilometer ausgeweitet worden. Die Ausdehnung des gefährdeten Gebietes ist gleich geblieben.

Ausbreitung auf Hausschweine verhindern

Nickisch sieht Chancen, die Ausbreitung der tödlichen Seuche auf Hausschweinbestände zu verhindern. „Dazu müssen aber die vorgegebenen Biosicherheitsmaßnahmen eingehalten werden“, sagte der Landestierarzt. Er könne die Nervosität der Landwirte verstehen, da in den Restriktionszonen die vorläufige Bearbeitung der Felder verboten sei. „Die angeordneten Maßnahmen sind sehr schmerzhaft, aber leider nicht zu vermeiden“, betonte er.

Fester Zaun ist Zukunftsmusik

Dazu gehöre auch, dass nicht sofort ein fester Zaun errichtet werden könne, wie vielfach gefordert. „Erst muss bekannt sein, wie weit sich das tatsächliche Seuchengeschehen ausgebreitet hat“, betonte er. „Und das wissen wir erst, wenn gezielt und systematisch das Gebiet nach Kadavern abgesucht wurde.“