Der am Landgericht Neubrandenburg geplante Zivilprozess gegen den letzten DDR-Innenminister und Anwalt Peter-Michael Diestel ist erneut verschoben worden.
Wie ein Sprecher des Landgerichtes am Mittwoch sagte, ist die Rechtsanwältin, die Diestel in diesem Fall vertritt, kurzfristig erkrankt. Die für Mittwoch geplante Güteverhandlung sei auf den 21. April verschoben worden. Es ist bereits die dritte Verschiebung.

Streit um Kanzlei-Auflösung

In dem Rechtsstreit geht es um mehr als 280 000 Euro, die ein früherer Mitgesellschafter von Diestels Anwaltskanzlei in Potsdam fordert. Der Kläger aus der Region Potsdam hatte nach eigenen Angaben 37,5 Prozent der Gesellschafteranteile der gemeinsamen Kanzlei, die lange von Zislow (Mecklenburgische Seenplatte) und Potsdam aus agierte und 2017 aufgelöst worden war. Nach Auffassung des Klägers waren dessen Ansprüche bei der Auflösung der Gemeinschaftskanzlei nicht angemessen berücksichtigt worden. Eine außergerichtliche Einigung kam nicht zustande.

Letzter DDR-Innenminister

Der 68 Jahre alte Diestel war in der letzten DDR-Regierung von April 1990 bis zur Wiedervereinigung im Oktober Innenminister. Inzwischen liegt das Zentrum seiner Kanzlei in Zislow, was zum Landgerichtsbezirk Neubrandenburg gehört.