Das teilte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) in einer am Mittwoch veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage aus der Linksfraktion des Landtages mit. Die neue Stichtagsregelung ab dem Schuljahr 2022/2023 soll verhindern, dass bereits fünfjährige Kinder schulpflichtig werden.  
Eltern drängen schon seit Jahren darauf, die Stichtagsregelung zu ändern. Immer mehr potenzielle ABC-Schützen waren in den vergangenen Jahren zum regulären Schulbeginn für ein Jahr zurückgestellt worden. Ihr Anteil an den schulpflichtigen Jungen und Mädchen stieg von 10,2 Prozent vor zehn Jahren auf zuletzt 17,2 Prozent.
Bislang muss ein Kind die Schulbank drücken, das bis zum 30. September sechs Jahre alt wird. Mit dem Stichtag Ende Juni würde kein Kind mehr bereits mit fünf Jahren schulpflichtig.  
Wie Ministerin Ernst erläuterte, werden zu dem neuen Stichtag 2022 einmalig weniger Kinder eingeschult und weniger Hortplätze benötigt. Durch den längeren Verbleib dieser nicht eingeschulten Jungen und Mädchen in den Kindergärten steige dort aber der Bedarf an Plätzen. 
Gespräche mit den örtlichen Trägern der öffentlichen Jugendhilfe, der Liga der freien Wohlfahrtspflege sowie mit Einrichtungsträgern sollen frühzeitig über den kurzfristig entstehenden Mehrbedarf informieren, so Ernst. Für den Übergang der Kinder in die Grundschule müssten auch Kitas und Eltern rechtzeitig unterrichtet werden. Die Schaffung neuer Kita-Plätze will das Land den Angaben zufolge mit Förderprogrammen unterstützen.