Mit rund 100 Traktoren waren Demonstranten am Vormittag an verschiedenen Orten in der Hauptstadt unterwegs. Darunter waren die Bundesministerien für Ernährung und für Umwelt. Die Landwirte verlangen Regelungen für kostendeckende Preise für ihre Erzeugnisse und mehr heimische Nahrungsmittel im Handel. Strengere Vorgaben wie etwa zum Düngen sollen ausgesetzt werden, Corona- und Schweinepest-Hilfen sofort fließen.

Demonstrationen der Bauern bis 31. Januar geplant

Demonstrationen sind bis Sonntag angekündigt. Dabei könne eine vierstellige Zahl von Traktoren erreicht werden, hieß es bei der Polizei. Am Alexanderplatz sollte ein Informationsstand aufgebaut werden.
„Niemand soll es je vergessen: Bauern sorgen für das Essen“, stand am Dienstag auf Schildern an Traktoren, und als Hinweis für Kritiker außerhalb der Landwirtschaft: „Sie säen nicht und sie ernten nicht, aber sie wissen alles besser.“

Gegen Preispolitik der Supermärkte

Viele politische Entscheidungen bedeuteten eine bewusste Zerstörung der Betriebe, hieß es in einem Papier, das die Initiative „Land schafft Verbindung“ verbreitete. „Wir sind gleichermaßen von der Corona Krise/Preisdumping betroffen und sind durch politisch ausgelöste Marktverwerfungen in Folge immer höherer Standards nicht in der Lage, kostendeckend diese Lebensmittel zu erzeugen.“
In den vergangenen Wochen hatten Bauern immer wieder Zentrallager großer Lebensmittelhändler blockiert. Damit protestierten sie gegen die Preispolitik der Supermärkte und Discounter. Inzwischen gibt es dazu Gespräche. Auch in Berlin hatte es im Herbst mehrfach Bauernproteste gegeben.