Das war eine erste Antwort auf die Frage aller Fragen: Was macht der grüne Agrarminister Axel Vogel bei seinem Grüne-Woche-Debüt anders als sein Vorgänger von der SPD? Natürlich werde er weiterhin das kritische Gespräch etwa mit Hühnerei-Produzenten suchen, die für problematische Tierhaltungsbedingungen bekannt sind, sagte Vogel auf Nachfrage. Und er würde auch wieder zur agrarindustriekritischen "Wir-haben-es-satt"-Demo gehen, aber der Ministerpräsident habe ihn dazu verpflichtet, an einem zeitgleichen Ehrenamtsempfang teilzunehmen. Die Einladung als Gastredner beim Bauernbündnis "Land schafft Verbindung" hätte er ebenfalls gerne angenommen. Geht aber auch nicht wegen Terminkollision.
Mehr Öko-Landbau
Dass er der Minister aller Bauern sein will, unterstrich Vogel auch damit, dass er nicht nachgezählt habe, wie viele Ökobetriebe und wie viele konventionelle Firmen ab dem 16. Januar in der Brandenburg-Halle vertreten sein werden. "Viele Unternehmen machen ja auch beides", sagte Vogel. Darüber hinaus halte er sich an den "Kenia"-Koalitionsvertrag, und in dem stehe, dass der Öko-Landbau ausgeweitet werden soll.
Das war das Stichwort für Michael Wimmer. Er schwärmte davon, welche bislang ungenutzten Potenziale der Berliner Markt allein für Bio-Kartoffeln aus Brandenburg biete. Hier sei es wichtig, dass das Land die Beratung märkischer Bauern finanziell fördere. "Zum Beispiel von Niedersachsen können wir beim Öko-Gemüse-Anbau viel lernen. Die sind uns Lichtjahre voraus. Bewässerungstechniken, Sortenwahl, Unkrautbekämpfung – das ist alles eine Wissenschaft für sich."
Auch zwischen Wimmer und Wendorff gab es keinen Dissens. Es wurde deutlich, dass alle Bauern vor ähnlichen Problemen stehen wenn es darum geht, regionale Lebensmittel auf den Berliner Markt zu bringen.
Ein Thema, das nicht zur reinen Veggie-Lehre der Grünen passt, brachte der Minister selbst zur Sprache. "Wir brauchen mehr Schlachthöfe", sagte er. Nur so könne es gelingen, lange Tiertransporte zu vermeiden und mehr Regionalität in die Supermärkte zu bekommen. Allerdings sei die Umsetzung des in Brandenburg schon lange gehegten Wunsches nach mehr Schlachte-Kapazitäten schwierig, wie auch Wendorff  und Wimmer bestätigten. Es gebe keine geeigneten Investoren. Der Trend gehe leider zu immer größeren Betrieben, viele Schlachthöfe müssten aus Kostengründen aufgeben.

Überschrift Infokasten diesmal zwei Zeilen