Brandenburger Bauern befürchten durch die künftige Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP), die ab 2023 auch in Deutschland umgesetzt werden muss, viele Unsicherheiten. „Milchviehbetriebe und Ökolandwirte werden nach jetzigem Stand Verlierer der neuen Reform sein“, kritisierte der Präsident des Landesbauernverbandes Henrik Wendorff am Freitag nach einer Klausurtagung von Vertretern des Verbandes. Er mahnte Regelungen an, die den Landwirten ein auskömmliches Wirtschaften ermöglichten.

Brandenburg könnte noch nachsteuern

Die Auswahlmöglichkeiten gerade im Bereich Natur und Umweltschutz seien jedoch zu gering und würden zu schlecht bewertet. „Das führt zu Einkommensverlusten, die auf den Höfen nicht kompensiert werden können“, sagte er.
Die Maßnahmen, die in Zukunft ein Landwirt umsetzen müsse, um an einkommenswirksame Zahlungen zu kommen, seien zu sehr begrenzt und zu einseitig. „Der Bundesrat mit den Ländern hat da die Möglichkeit noch nachzusteuern“, sagte er.
Notwendig sei eine bessere Bewertung von einzelnen Maßnahmen, insbesondere vielfältiger Fruchtfolgen auf den Äckern: Das müsse deutlich stärker honoriert werden, um Effekte zu erzielen. Dazu gehöre auch das Thema Stilllegung von Flächen. Diese Brachen, die ein Jahr nicht bearbeitet werden, seien wichtig für die Entstehung von Artenvielfalt und für die Biodiversität.
Wendorff forderte zudem mehr Auswahlmöglichkeiten bei den Programmen innerhalb des Natur-, Umwelt- und Klimaschutzes sowie deren auskömmliche Finanzierung.