Wie das Infrastrukturministerium des Bundes in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage der Bündnisgrünen erklärte, können derzeit 71 Prozent der Haushalte in Deutschland auf schnelles Internet zugreifen. Die Statistik offenbart aber große regionale Unterschiede. So hat deutschlandweit in ländlichen Regionen nur jeder dritte Haushalt die Chance, mit einer Geschwindigkeit von mindestens 50 Mbit pro Sekunde zum Beispiel hochauflösende Videos über das Netz zu sehen oder in kurzer Zeit größere Datenmengen zu verschicken.
Brandenburg gehört demnach bundesweit nach wie vor zu den Schlusslichtern bei der Versorgung mit schnellem Internet. Und das nicht nur im Vergleich mit Stadtstaaten wie Berlin oder Hamburg, die auf einen Versorgungsgrad von mehr als 90 Prozent der Haushalte kommen. Auch Flächenländer wie Schleswig-Holstein (75 Prozent) oder Niedersachsen (73 Prozent) liegen deutlich vor der Mark mit ihren 57 Prozent. "Die digitale Spaltung verläuft in Deutschland zwischen Ost und West", kritisiert die Grünen-Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner mit Verweis darauf, dass die anderen Ost-Länder sogar noch hinter Brandenburg liegen.
Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel holt derzeit aber stark auf. Von bislang 171 im Rahmen eines neuen milliardenschweren Bundesprogramms für den Breitbandausbau geförderten Projekten entfallen mehrere Dutzend allein auf dieses Bundesland, während Brandenburg bislang lediglich mit einem Vorhaben in Dahme-Spreewald vertreten ist.
René Ebert, Geschäftsführer von SIBB, einem Interessenverband für Unternehmen der IT-Wirtschaft in Berlin und Brandenburg, kritisiert die Landesregierung dafür, "dass sie sich immer wieder auf die Schulter klopft, weil man derzeit besser dasteht als die anderen Ost-Länder". Dieser Vergleich dürfe nicht der Maßstab sein, denn hiesige Firmen würden mit Unternehmen aus ganz Deutschland im Wettbewerb stehen. "Die aktuelle Versorgungslage ist vielerorts ein Wachstumshemmnis für die Firmen", klagt Ebert. Vor allem in mittelgroßen Städten der Mark seien Unternehmer oft unzufrieden. "Gerade kleine Handwerker sagen uns, dass sie ihr Geschäft nicht wie gewünscht entwickeln können, weil das Internet zu langsam ist." Auch die zeitgemäße Option des Arbeitens von zu Hause komme vielerorts nicht in Frage, weil die Mitarbeiter eine zu schlechte Verbindung haben. "Die Landesregierung redet viel über schnelles Internet, aber es passiert zu wenig", kritisiert Ebert.