Die Lagerstätte befindet sich in etwa 1000 Meter Tiefe und erstreckt sich nördlich von Spremberg (Spree-Neiße) bis zur sächsischen Gemeinde Schleife. Durch Bohrungen und seismische Untersuchungen sind nach Angaben der Kupferschiefer Lausitz GmbH (KSL), einer Tochter des Mutterkonzerns Minera S.A. aus Panama, bislang 130 Millionen Tonnen Kupfererz nachgewiesen. 80 bis 90 Millionen Tonnen sind KSL-Geschäftsführer Thomas Lautsch zufolge abbaubar. Vermutet werden darüber hinaus etwa 15 Tonnen Gold. "Das Gold wird bei der Förderung aber keine dominierende Rolle spielen", sagt Lautsch.
Das Bergwerk mit zwei Schächten soll in etwa acht Jahren in Betrieb gehen. "Spremberg beschreitet damit Neuland in ganz Deutschland: In den letzten Jahrzehnten ist kein Bergwerk neu genehmigt worden", sagt Sprembergs Bürgermeister Klaus-Peter Schulze (CDU). Er erhofft sich von der in Aussicht gestellten Investition von einer Milliarde Euro nicht nur neue Arbeitsplätze und ein höheres Steueraufkommen, sondern vor allem einen wirtschaftlichen Aufschwung für die gesamte Region.
Ob das Bergwerk kommt, hängt nicht allein von den Genehmigungsbehörden des Landes ab. Eine Investitionsentscheidung macht die KSL selbst auch von den Weltmarktpreisen abhängig. "Kupfer hat an Wert gewonnen", sagt Lautsch. Der Preis für eine Tonne liege derzeit bei über 7300 Dollar. Lautsch beziffert den Wert der Kupfererze unter Spremberg auf zwölf bis 13 Milliarden Euro. Die Vorkommen in Südbrandenburg sind schon seit Jahrzehnten bekannt. Die DDR verwarf in den 1980er-Jahren jedoch Pläne für ein Kupferbergwerk, weil die Tonne Kupfer damals nur 1500 Dollar einbrachte und dies eine Investition nicht rechtfertigte.
Nach Einschätzung von Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) könnte das Kupfererz ab 2020 in der Lausitz gefördert werden. Von dem Abbau erhoffe sich die Landesregierung für die Region über Jahrzehnte positive Impulse für Wirtschaft, Ausbildung und Beschäftigung, erklärte Vogelsänger. KSL-Geschäftsführer Lautsch sieht sogar reelle Chancen, die Lausitz gemeinsam mit Sachsen und Polen zu einem regelrechten Kupferbergbaurevier zu entwickeln.