Er verweist darauf, dass es in der strittigen Prüfungsaufgabe 2.1 nicht um eine bloße natürliche Logarithmusfunktion gegangen sei, sondern um eine sogenannte Kurvenschar. "Das wurde in den bisherigen Diskussionen über die Probleme der Schüler gar nicht thematisiert", betont der Lehrer. Die Unterscheidung sei aber wichtig, um zu verstehen, was schiefgelaufen ist. So sei die Beschreibung einer solchen Kurvenschar schon deutlich anspruchsvoller, aber grundsätzlich auch kein Problem für Schüler des Mathe-Leistungskurses.
Der Lehrplan habe den Schulen nun vorgegeben, dass von vier zu behandelnden Funktionsklassen lediglich zwei als Kurvenscharen vermittelt werden. "Weitere Auflagen wurden nicht gemacht", sagt der Lehrer. Sowohl die Fachkonferenz seiner Schule "als auch alle anderen mir bekannten" hätten sich für zwei jener vier Funktionsklassen als Kurvenscharen entschieden, die in den vergangenen Jahren immer Teil der Abiprüfungen gewesen seien - und gegen die natürliche Logarithmusfunktion als Kurvenschar, die nun unerwartet Abi-Thema war.
Als "groben Fehler" des Ministeriums bei der Vorbereitung des Abiturs wertet der Lehrer, dass in den übermittelten Mathe-Prüfungsschwerpunkten keine verbindliche Festlegung auf jene Kurvenschar erfolgte, die schließlich Thema wurde. "Das wäre zwingend notwendig gewesen, da der Lehrplan den Schulen eine Auswahl ermöglichte."
Ihm tue es sehr leid, dass die Schüler bei dieser so wichtigen und auch in anderen Themenbereichen ungewöhnlich schwierigen Klausur Opfer von Fehlern geworden seien, die jedoch nicht in der Verantwortung der Schulen liegen, so der Pädagoge.