Um mehr Lehrer in die ländlichen Regionen Brandenburgs zu holen, sollen Lehramtsstudierende künftig von einem Stipendium profitieren. Die Studierenden sollen ab dem fünften Fachsemester bis zum Ende der Regelstudienzeit monatlich 600 Euro erhalten, wie die Koalitionsfraktionen von SPD, CDU und Grünen am Dienstag erklärten. Im Gegenzug verpflichten sich die Stipendiaten dazu, ihren Vorbereitungsdienst und anschließend für mindestens so viele Jahre, wie ihnen das Stipendium gewährt worden ist, an einer Schule mit Lehrermangel im Land zu unterrichten.

Anzahl der Studienplätze erhöht

„Der Lehrermangel in Brandenburg ist seit Jahren spürbar“, sagte Gordon Hoffmann, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Zwar sei der Speckgürtel um Berlin gut besetzt. Auf dem Land sehe es aber anders aus. „Vereinzelt haben wir Schulen mit 50 Prozent Seiteneinsteigern“, so Hoffmann. „Wir hoffen auf einen Klebeeffekt.“ Brandenburg habe für junge Lehrer viel zu bieten, was auf den ersten Blick vielleicht nicht so schnell sichtbar werde.
„Wir haben die Anzahl der Studienplätze erhöht und stellen immer mehr Lehrkräfte ein“, so die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Katja Poschmann. 2019 haben 1474 neue Lehrkräfte ihren Schuldienst begonnen. „Aber noch immer profitieren nicht alle Regionen gleichermaßen davon“, sagte Poschmann. Nach dem Willen der Kenia-Koalition soll das Bildungsministerium zuvor festlegen, welche Schulen Bedarf haben. Dort sollen die jungen Lehrer dann unterrichten.

Stipendium auch für Landärzte

Einen entsprechenden Antrag wollen Koalitionsfraktionen in der kommenden Sitzung im Landtag stellen. Sie wollen die Regelung zum Wintersemester 2021 unter Dach und Fach bringen.
Bereits vor einigen Jahren hatte Brandenburg versucht, Lehrer mit 300 Euro monatlich für drei Jahre in entlegene Regionen zu locken. Die erhoffte hohe Anzahl an Bewerbungen auf die „Buschprämie“ blieb allerdings aus.
Auch für Landärzte hatte das Land ein ähnliches Stipendium aufgelegt. Seit dem Wintersemester 2019 können sich Studierende in insgesamt vier Bewerbungsrunden noch bis zum Sommersemester 2021 dafür bewerben, wie das Verbraucherschutzministerium mitteilte. Insgesamt wurden demnach 200 Stipendien aufgelegt. Bislang seien 72 davon in Höhe von 1000 Euro monatlich und weitere sechs in Höhe von 500 Euro monatlich bewilligt worden. Die dritte Bewerbungsrunde zum Wintersemester laufe gerade.