Die Kritik richtet sich vor allem am geplanten Längsschnittverfahren in den Klassen 7 und 8. Geschichte werde nicht mehr wie bisher chronologisch aufgearbeitet, sondern Themen wie Migration oder Flucht und Vertreibung sollen künftig in verschiedenen Zeitepochen betrachtet werden. "Das führt zu weiteren weißen Flecken im Geschichtsverständnis", warnen die Unterzeichner der Petition. Zudem haben sie Bedenken gegen die geplante Zusammenlegung der Fächer Politische Bildung, Geographie und Geschichte zum neuen, übergreifenden Fach "Gesellschaftswissenschaften" in Klasse 5 und 6.
Am Montagabend sagten die Bildungsstaatssekretäre von Berlin und Brandenburg während einer hitzigen Diskussion vor über 300 Teilnehmern an einer Berliner Schule zu, Kritik und Alternativvorschläge ernsthaft prüfen zu wollen. Rauh, selbst Lehrer und Autor von Geschichtslehrbüchern, plädiert dafür, im Unterricht weiterhin chronologisch vorzugehen und sich dennoch auf Schwerpunktthemen zu konzentrieren.
Die Online-Petition will die Initiative Ende März mit der Hoffnung auf Korrekturen an die Länder übergeben - dann endet das Anhörungsverfahren zum Entwurf des Rahmenlehrplans.