Erst Ende vergangener Woche hatte der Landesvorstand ein fünfseitiges Papier unter der Überschrift "Klare Kante gegen die AfD" angenommen. Darin wird die Partei als "rückwärtsgewandte, nationalistische Biedermeierpartei" bezeichnet, die die Herausforderungen der Zukunft negiere. Die AfD sei rechtspopulistisch und extremistisch und vergifte mit ihrer Rhetorik das politische Klima in Deutschland, heißt es in dem Papier. "Jegliche Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD soll weiterhin auf allen politischen Ebenen kategorisch ausgeschlossen werden. Die AfD ist für die Union weder ein Ansprechpartner noch ein Verbündeter."
Von einzelnen CDU-Mitgliedern wurde Ludwigs Aktion als Provokation empfunden. Offiziell gab es keine Rüge. Sie habe nicht gegen den Abgrenzungsbeschluss verstoßen, hieß es. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Landtagsfraktion Jan Redmann erklärte, dass man sich mit der AfD auseinandersetzen müsse. Er ließ jedoch offen, ob man dazu einer Einladung der Partei folgen solle. "Ich würde ein neutrales Podium bevorzugen", formulierte er.
Der AfD-Landtagsabgeordnete Steffen Königer hatte Parlamentarier aller Fraktionen nach Werder eingeladen. Nur Ludwig hatte die Einladung angenommen. Es sei eine lebhafte Diskussion um eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Werder gewesen, sagte er hinterher. Er und die CDU-Abgeordnete hätten dabei unterschiedliche Auffassungen vertreten, wie viele Flüchtlinge dort untergebracht werden könnten, sagte er. Ludwig wollte am Dienstag keine Stellung nehmen.