Dabei gehe es nicht darum, Passagierverkehr von Schönfeld auf umliegende Flugplätze zu verlagern, betonte der BER-Chef. Zum Flugverkehr gehöre aber mehr. Er nannte Themen wie Wartung, Instandhaltung, Trainingsflüge sowie andere Dienstleistungen, die für einen Großflughafen unerlässlich sind. Er könne sich gut vorstellen, dass ein Teil der Aufgaben auf diesen Plätzen erledigt werden kann. Das setze voraus, dass man nicht gegeneinander konkurriert, sondern seine Stärken herausarbeitet und die Kräfte bündelt. Er sehe die Plätze im gemeinsamen Wirken als eine große BER-Familie.
Im Potsdamer Infrastrukturministerium weiß man bisher von diesem Schulterschluss nichts. "Wenn es um Arbeitsteilung im Rahmen der Allgemeinen Luftfahrt geht, ist dagegen nichts einzuwenden", sagte Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade. Es gebe eine Landesluftfahrtkonzeption. In der werde zum einen festgeschrieben, dass kein Bedarf zum Ausbau von Regionalflughäfen bestehe. Zum anderen enthalte die Konzeption, dass alle Verkehrsarten, die keine Linienflug- oder Pauschalflugreiseverkehre darstellen, aus landesplanerischer Sicht ohne Beschränkung der Abflugmasse auf Flugplätzen außerhalb Schönefelds möglich sind.
Genau auf diese Nischen hoffen Plätze wie der 700 Hektar große in Neuhardenberg, der seit 2007 Eigentum des dänischen Investors Peter Solbeck ist. "Unsere Stärken sind Trainingsflüge sowie das Parken und Reparieren von Flugzeugen", sagte der Bevollmächtigte der Airport Development Uwe Hädicke. Seit Jahren verfolge man das Ziel, in Ergänzung zum künftigen Großflughafen Aufgaben zu übernehmen. Bisher habe es dafür kein Gehör gegeben. Jetzt verhandle man erstmals auf Augenhöhe. Das sei ein wichtiges Signal, auch für die mittlerweile 22 in Neuhardenberg und 66 in Cochstedt (Sachsen-Anhalt) Beschäftigten des Unternehmens.