Der Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie für Berlin und Brandenburg dauert an. Arbeitgeber und Gewerkschaft konnten sich auch am Donnerstag nicht einigen. Die Verhandlungen sollen am kommenden Dienstag fortgesetzt werden, wie der Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg (VME) am Abend mitteilte. Die IG Metall hat für Freitag bereits zu Warnstreik-Aktionen aufgerufen.
Bei den bundesweiten Tarifverhandlungen der Branche hatte es bereits Ende März einen Pilotabschluss in Nordrhein-Westfalen gegeben. In Berlin, Brandenburg und Sachsen stehen aber weitere Forderungen der IG Metall nach Angleichung der Arbeitsbedingungen in den ostdeutschen Bundesländern an das Westniveau im Raum.

Einigung in Nordrhein-Westfalen als Vorbild

„Der faire und ausgewogene Pilotabschluss aus Nordrhein-Westfalen liegt auf dem Tisch. Wir fordern die Gewerkschaft auf, die Übernahme auch in unserem Tarifgebiet mit uns zu vereinbaren“, teilte VME-Verhandlungsführer Stefan Moschko am Abend mit. Die Einigung in NRW sieht neben einer Corona-Prämie von 500 Euro in diesem Jahr dauerhafte Sonderzahlungen ab 2022 vor, die in Betrieben mit Beschäftigungsproblemen für einen finanziellen Ausgleich bei einer Senkung der Arbeitszeit verwendet werden können.
Seit mehr als zwei Jahrzehnten jedoch kämpft die IG Metall für die 35-Stunden-Woche im Osten, denn so lange schon gibt es sie in den westdeutschen Bundesländern. Laut Gewerkschaft arbeiten die Beschäftigten in den Ost-Bundesländern für das gleiche Gehalt drei Stunden mehr. Berechnet auf den Stundensatz liegt der Gehaltsunterschied bei 8,5 Prozent, wie die IG Metall mitteilte. Diesen Prozentsatz fordere die Gewerkschaft nun nach. 
Zwar umfasst der zuständige Gewerkschaftsbezirk die drei Bundesländer Sachsen, Brandenburg und Berlin. Doch wird in Sachsen separat verhandelt.