Ob die Ermittlungen auf die Lebensgefährtin des Vaters wegen etwaiger Unterlassungsdelikte ausgedehnt werden, hänge von den weiteren Ermittlungen und den Zeugenaussagen ab, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder). Es ist von irreversiblen, also bleibenden Schäden die Rede, die das zweieinhalbjährige Mädchen durch die massiven Misshandlungen davonträgt.
Zum Tatzeitpunkt war der Vater allein sorgeberechtigt. Die Mutter habe ihr Kind abgelehnt, heißt es. Inzwischen ist das Jugendamt Barnim zum Vormund des Kindes bestellt worden, so Behördenleiterin Yvonne Dankert. Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes übe jetzt die "elterliche Sorge" aus. In allen Fragen. Da sie nicht von der Schweigepflicht entbunden sei, könne sie nach wie vor keine konkreten Angaben zum Fall machen, so Dankert weiter. Das Jugendamt habe einen Rechtsanwalt einschaltet für die strafrechtliche Bewertung. Dabei ginge es auch um die Frage einer etwaigen Nebenklage.
Laut Dankert habe das Jugendamt Barnim im vorigen Jahr 771 Meldungen zu Kindeswohlgefährdungen erhalten. Nach einer ersten Risikoeinschätzung seien davon 75 Fälle als "akut" eingestuft worden. In mehr als 100 Fällen habe die Behörde Kinder zu deren Schutz in Obhut genommen. Die Mädchen und Jungen wurden entweder in stationären Jugendhilfeeinrichtungen oder in Pflegefamilien untergebracht, darunter auch Kinder und Jugendliche, die sich selbst ans Jugendamt gewandt und um Hilfe gebeten haben. Die Zahlen seien "über die Jahre steigend", so Dankerts Einschätzung. Was aber auch mit einer "wachsameren Gesellschaft" zu tun habe. Gleichzeitig sei allgemein ein wachsender Bedarf an Familienhilfe festzustellen.
Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski zeigte sich ob des jüngsten Falls, wenngleich offiziell nicht informiert, "erschüttert" und "tief betroffen". Er ist Großvater von Enkelkindern in ähnlichem Alter.