Die Opposition im Brandenburger Landtag sieht den Hauptstadtflughafen BER trotz der Eröffnung nach neun Jahren Verspätung in Turbulenzen. „Mit der Eröffnung haben sich ja die Probleme nicht erledigt - im Gegenteil“, sagte der Freie-Wähler-Abgeordnete Matthias Stefke am Mittwoch im Potsdamer Stadtschloss. Die finanzielle Lage des Flughafens sei schwierig. Er forderte mehr Transparenz für die Mittel von Brandenburg an die Flughafengesellschaft FBB.
Der AfD-Abgeordnete Franz Josef Wiese sieht eine drohende Insolvenz und forderte, das Land als Gesellschafter müsse Konsequenzen ziehen. In einem Antrag verlangt die AfD, dass das Land einen Insolvenzantrag gegen die FBB einleitet, um eine Sanierung zu ermöglichen.

Fraglich, ob der Flughafen jemals wirtschaftlich sein wird

Die Linke-Abgeordnete Marlen Block kritisierte, die Subventionierung des Flughafens werde weitergehen und forderte eine Debatte über die künftige Dimension. Die Frage stehe im Raum, ob der Flughafen jemals wirtschaftlich arbeiten könne.
Die Brandenburger Landesregierung geht angesichts eingebrochener Passagierzahlen in der Corona-Krise auch für das nächste Jahr von Finanzhilfen für den Flughafen BER aus. „Die Antwort darauf kann jetzt nicht sein, die Flughäfen finanziell absaufen zu lassen“, sagte Finanzministerin Katrin Lange (SPD). „Wir werden ihm durch die Krise helfen, auch wenn das voraussichtlich sehr viel Geld kostet.“

Finanzhilfen im Millionenbereich auch nächstes Jahr

Auch für 2021 werde die Flughafengesellschaft FBB voraussichtlich auf Mittel der Gesellschafter im mittleren dreistelligen Millionenbereich angewiesen sein, sagte Lange. Im Entwurf des Landeshaushalts sei dafür vorgesorgt. Sie gehe davon aus, dass der Flughafen auf längere Sicht Geld verdienen werde, wenn die Rahmenbedingungen stimmten. Gesellschafter sind die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund.
Der BER wurde Ende Oktober eröffnet, am vergangenen Mittwoch nahm er vollständig den Betrieb auf. Der Bau hat bisher sechs Milliarden Euro verschlungen, dreimal so viel wie geplant.
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