Dass Brandenburg nun erstmals und als letztes Bundesland Marketing betreiben will, ist die Konsequenz des ernüchternden Ergebnisses der von der Staatskanzlei Anfang 2017 in Auftrag gegebenen Studie zur Wahrnehmung des Landes in Deutschland. Stark verkürzt lautete es: Brandenburg kennt kaum einer, es interessiert kaum jemanden, und es war fast keiner jemals da.
Das soll sich bald ändern. Die Kampagne startet am 1. Mai. Ab 1. März soll in den sozialen Medien ein erster Imagefilm zu sehen sein, den Entscheider und Multiplikatoren aus Wirtschaft und Tourismus gestern erstmals zu sehen bekamen. Ganz in schwarz-weiß gehalten beschreibt er die schlimmen Seiten einer Großstadt, in der Kinder keinen Platz zum Spielen haben, Kommunikation nur noch digital stattfindet, nicht aber in persönlichem Kontakt, in der Lärm und Gestank herrscht und der Straßenverkehr zum täglich Kriegsschauplatz wird. Der Spot endet, nun in warmen Farben, mit einer Sequenz scheinbar unberührter Natur, in der über einem brandenburgischen See die Sonne aufgeht. Dann wird der Slogan eingeblendet.
Plakate, Anzeigen und Aufkleber begleiten die Werbeaktion. Sie richtet sich vor allem an Großstädter, deren Sehnsucht nach einem naturnahen, gesunden Lebensraum geweckt werden soll und die dann vielleicht als Touristen oder künftige Bürger nach Brandenburg kommen. „Sie soll aber auch die Brandenburger selber verheimaten“, sagt Thomas Braune, Leiter Landesmarketing in der Staatskanzlei.
Die Landesregierung nimmt dafür bis 2020 jährlich eine Million Euro in die Hand. Das ist vergleichsweise wenig Geld, denn, so Braune, sogar das kleine Saarland habe für seine Kampagne „Großes entsteht im Kleinen.“ 1,5 Millionen Euro zur Verfügung gehabt, Baden-Württemberg investierte gar 8,7 Millionen.
Trotzdem soll das Land so im Wettbewerb der deutschen Regionen endlich besser abschneiden. Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte gegenüber der MOZ: „Brandenburg muss bundesweit sichtbarer werden. Der Slogan drückt vieles aus, auch märkische Bodenständigkeit.“