Zu hohe Nitratwerte würden bereits in knapp einem Drittel der untersuchten Grundwasserkörper festgestellt, heißt es in einer Erhebung des Umweltbundesamtes. Grund sei die intensive Düngung von landwirtschaftlichen Äckern. Wenn die Einträge in den betroffenen Regionen nicht bald sinken, müssten die Wasserversorger deutlich mehr Investitionen in die Aufbereitung des Rohwassers investieren. Die Behörde geht laut der Studie davon aus, das sich die Trinkwasserpreise um 32 bis 45 Prozent erhöhen. Auf eine vierköpfige Familie kämen dadurch Mehrkosten von bis zu 134 Euro im Jahr zu, berechnete das Umweltbundesamt. Schon jetzt müssten die kommunalen Versorger für die Reinigung von mit Nitrat belastetem Grundwasser jährlich bis zu 767 Millionen Euro aufwenden.
Aufgrund dieser Probleme drängt die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, auf eine konsequente Umsetzung der im Frühjahr vom Bundestag beschlossenen strengeren Düngeregeln. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft bezweifelt dagegen, dass die neue Düngemittelverordnung ausreicht, um das Grundwasser zu schützen. Die zunehmende Verschmutzung erfordere eine immer kostenintensivere Trinkwasseraufbereitung, sagte Hauptgeschäftsführer Martin Weyand.
Das Brandenburger Landesumweltamt hatte bei Messungen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in sieben von insgesamt 37 Grundwasserkörpern erhöhte Nitratwerte festgestellt - vier Auffälligkeiten wurden allein in Ostbrandenburg entdeckt. Untersuchungen des Vereins VSR-Gewässerschutz kamen zu dem Ergebnis, dass vor allem Brunnenwasser in manchen Regionen verseucht ist. In Märkisch-Oderland seien in 20 bis 40 Prozent der Proben Nitratbelastungen festgestellt worden, die weit über dem Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter liegen. "So lange Gülle auf den Feldern regelrecht entsorgt wird, werden diese Werte weiter ansteigen", sagt der Vereinssprecher Harald Gülzow.
Der Geschäftsführer des Landeswasserverbandstags, Turgut Pencerci, führt auch Altlasten aus DDR-Zeiten als Ursache an. "Die Nitratbelastung ist bei uns noch nicht dramatisch, aber wir müssen wachsam sein", sagt er. Ein deutlicher Anstieg der Wasserpreise sei in der Mark vorerst aber nicht zu erwarten. Der Fraktionschef der Grünen im Landtag, Axel Vogel, verweist darauf, dass schon Trinkwasserbrunnen in Brandenburg stillgelegt werden mussten. "Wir haben in manchen Landstrichen eine zu hohe Konzentration von Massentierhaltung. Das ist das Problem."