„Jahrzehnte nach der Shoah kommt es wieder häufiger zu gewalttätigen Übergriffen auf die jüdische Bevölkerung“, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag laut einer Mitteilung anlässlich des 76. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am Mittwoch. „Dass Juden nach den NS-Verbrechen wieder Vertrauen zu uns Deutschen aufgebaut haben, ist wie ein Geschenk. Dieses Vertrauen dürfen wir nicht verspielen.“

Gedenkstunde für die NS-Opfer am 27. Januar

Der Regierungschef nimmt nach eigenen Angaben am Mittwoch an einer Gedenkstunde des Bundestages für die Opfer des Nationalsozialismus teil. In Brandenburg wollen der Landtag und die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten an die Opfer erinnern. Dazu ließ Woidke einen Kranz in der Gedenkstätte Sachsenhausen niederlegen.
Ein gemeinsamer Antrag von CDU, SPD, Grünen und Linker im Landtag betont, Initiativen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit weiter zu unterstützen und die historisch-politische Bildung auszubauen. Der Anspruch sei, verfassungsfeindliche Bestrebungen jeglicher Art frühzeitig zu erkennen und dagegen vorzugehen, heißt es darin.

Online-Veranstaltung zum Gedenken an NS-Opfer

In Brandenburg wird an diesem Mittwoch landesweit an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Da eine Präsenzveranstaltung vor Ort wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht möglich ist, halten die Gedenkstätte Sachsenhausen und der Landtag gemeinsam eine Online-Veranstaltung ab. Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke und Stiftungsdirektor Axel Drecoll werden anlässlich des Gedenktages sprechen.
Zudem wird Drecoll am Gedenkort „Station Z“ Kränze niederlegen, die von Opferverbänden und Repräsentanten des öffentlichen Lebens gestiftet wurden. Die stellvertretende Gedenkstättenleiterin Astrid Ley wird über den Massenmord an sowjetischen Kriegsgefangenen im früheren KZ Sachsenhausen sprechen. Die Videobeiträge sind am 27. Januar ab 10.00 Uhr auf den Social-Media-Kanälen und Internetseiten der Gedenkstätte und des Landtages abrufbar.
Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das Vernichtungslager Auschwitz. Seit 25 Jahren ist der Tag in Deutschland der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, seit 2005 Internationaler Holocaust-Gedenktag der Vereinten Nationen.