„Die Hunde springen immer wieder über den Zaun. Die Polizei war schon oft hier“, erinnert sich Gerda Gericke. Eine Zeitungsausträgerin und mehrere Radfahrer seien bereits von den Hunden angefallen worden. „Ich habe Angst um meine Enkel, wenn sie mich besuchen“, klagt die 74-Jährige. Auch sie persönlich fühle sich als Bluterin seit langem von den Vierbeinern ihrer Nachbarin bedroht. Von Ordnungsamtsmitarbeitern habe es bei Beschwerden lediglich geheißen: „Wir leiten das weiter.“
Auch Jörg Wartenberg ist empört. „Beim Amt sehen sie unsere Probleme mit den Hunden ganz locker.“ Dabei habe es schon zahlreiche Vorfälle gegeben. „Ich bin sehr tierlieb. Aber Hunde, die Menschen anfallen, müssen eingeschläfert werden.“
Wartenberg habe sich am vergangenen Sonnabend „wie in einem Horrorfilm“ gefühlt, erzählt er. Gegen 17 Uhr hörte er vor seinem Haus Schreie und Hundegebell. Draußen sah er zwei Mädchen, zwölf und 16 Jahre alt, auf Fahrrädern, die von Hunden angegriffen wurden. Er lief hin, um zu helfen. „Die Hunde waren so aggressiv, dass auch ich sofort angegriffen wurde.“
Kurz darauf erschien die Halterin der Hunde. Nach mehrmaligen Anläufen gelang es ihr, die Tiere einzufangen und wegzusperren. Wartenberg kümmerte sich um die Mädchen, rief die Polizei. Doch wenige Minuten später waren die Hunde wieder da und griffen erneut an. Ein weiterer Nachbar, der helfen wollte, wurde ebenfalls gebissen. „Die Hunde waren förmlich im Blutrausch“, beschreibt Wartenberg die Situation. Als der Vater der verletzten 16-Jährigen auftauchte wurde auch er gebissen. Vater und Tochter mussten ins Krankenhaus, laut Polizei mit Verletzungen an Armen und Beinen. Nach Informationen der Polizei, die nun wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt, ist das Mädchen inzwischen wieder daheim, der Vater nach einer OP weiterhin in der Klinik.
Die drei Hunde gehören nach Angaben der Nachbarn einer ?74 Jahre alten Frau, die unter Demenz leide, beziehungsweise ihrem Sohn, der sich gelegentlich auf dem Grundstück aufhalte. Seit Sonnabend sind die Hunde im Tierheim.
Die Amtsverwaltung war bis einschließlich gestern auch auf mehrmalige Nachfrage der Märkischen Oderzeitung nicht bereit, Auskunft über die bisherigen Vorfälle mit den Hunden zu geben.