Brandenburg liegt laut dem jüngsten Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes bei der Armutsquote deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Das Land gehört zu den fünf Ländern mit der geringsten Armutsdichte in Deutschland, wie aus dem Armutsbericht 2020 des Verbandes hervorgeht, der am Freitag vorgestellt wurde.

Rückgang der Armut in Brandenburg

Demnach lag die Armutsgefährdungsquote 2019 in Brandenburg bei 15,2 Prozent. Das deutschlandweite Mittel lag bei 15,9 Prozent. Die Region Lausitz-Spreewald ist mit 17,9 Prozent laut dem Bericht am stärksten von Armut betroffen.
Im Vergleich zu 2006 zeige Brandenburg einen Rückgang der Armut um 19,6 Prozent. Deutschlandweit erreichte die Armutsquote mit 15,9 Prozent - rechnerisch 13,2 Millionen Menschen - den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung. Das Land mit der niedrigsten Armutsquote ist laut der Studie Bayern (11,9). Am ärmsten sind die Menschen demnach in Bremen (24,9).

Mögliche Auswirkungen der Corona-Krise

Der Verband warnte davor, dass die Auswirkungen der Corona-Krise Armut und soziale Ungleichheit noch einmal spürbar verschärfen werden. Gefordert werden eine sofortige Anhebung der finanziellen Unterstützungsleistungen für arme Menschen sowie armutsfeste Reformen der Sozialversicherungen. „Was wir seitens der Bundesregierung erleben, ist nicht mehr nur armutspolitische Ignoranz, sondern bereits bewusste Verweigerung“, so Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider. Es klinge banal, so Schneider. „Aber gegen Einkommensarmut, Existenzängste und mangelnde Teilhabe hilft
Geld.“
Armut wird in Deutschland über das Haushaltseinkommen und die daraus folgenden Möglichkeiten an gesellschaftlicher Teilhabe definiert. Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet. Für die Armutsquote wurden dem Bericht des Paritätischen zufolge alle Personen gezählt, die in Haushalten leben, deren Einkommen diese Grenze unterschreitet. Basis waren unter anderem bereits veröffentlichte Daten des Statistischen Bundesamts.