Das Brandenburger Gesundheitsministerium sieht sich personell am Limit. Hintergrund ist laut eines Berichts der „Märkischen Allgemeinen“ demnach die hohe Belastung durch die Corona-Krise, die Impfkampagne und die Afrikanische Schweinepest. Die Zeitung (Dienstag) beruft sich dabei auf ein Papier von Gesundheitsstaatssekretärin Anna Heyer-Stuffer an die Staatskanzlei. Darin heiße es, die Personalsituation des Ministeriums sowie der nachgeordneten Bereiche lasse eine „langanhaltende Bearbeitung aller anstehenden Aufgaben in gewohnter Qualität nicht zu“.
Zahlreiche Beschäftigte seien voll in der Stabsstelle „Impfen in Brandenburg“ sowie im Landeskrisenzentrum Afrikanische Schweinepest eingesetzt worden. In der Folge reiße der Einsatz der Kolleginnen und Kollegen massive Lücken in ihre Fachbereiche. Die fachliche Arbeit ruhe und könne „auf absehbare Zeit nicht nachgeholt werden“.

Nonnemacher in Corona-Krise bereits in Kritik

Das Ministerium bestätigte das Schreiben auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Mit dem Brief habe man noch einmal ausführlich die besondere Belastung im Geschäftsbereich des Ministeriums dargestellt - durch die Corona-Pandemie, Impfkampagne und die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest, die gleichzeitige Besetzung mehrerer Krisenstäbe. „Über einen solch langen Zeitraum ist das allein personell nicht zu stemmen.“
Man sei erneut an einem Punkt, „wo wir dringend weiter personelle Unterstützung benötigen, um diese gesamtgesellschaftliche Herausforderung weiterhin gut bewältigen zu können.“ Der Brief sei aber kein Eingeständnis der Überlastung, betonte das Ministerium.
Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) stand in der Corona-Krise bereits in der Kritik. Im Juli räumte sie einen Fehler bei dem Versand von Corona-Impfnachweisen an Bürger ein. Der Impfstart in Brandenburg war zuvor holprig verlaufen.
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