Allerdings auch das völlig überraschende Aus, als der polnische Partner "Przewozy Regionalne" (vergleichbar mit DB Regio) nach nur vier Monaten die Verbindung für nicht rentabel erklärte und seine Beteiligung zum Jahreswechsel kündigte. "Die Linie war für zahlreiche Polen, die zur Arbeit oder auch zu Geschäftstreffen nach Deutschland fuhren, nicht nur eine preiswerte Alternative zu den Euro-City-Zügen. Es war auch die einzige Frühverbindung aus Posen nach Deutschland", sagt Angelika Menze, die als Partnerschaftsbeauftrage des Landes Brandenburg in Posen und der Wojewodschaft Wielkopolskie (Großpolen) wirkt.
Andererseits nutzten Studenten der Europa-Uni, aber auch einige Brandenburger Schüler, die ein Gastjahr an polnischen Schulen verbringen, sowie Touristen, die etwa nach Swiebodzin fuhren, um dort die größte Jesus-Statue der Welt in Augenschein zu nehmen, die Verbindung.
Der polnische Partner begründete die Streichung vor allem mit der Kürzung staatlicher Zuschüsse aus Warschau. Dies hatte zu Jahresbeginn Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke in seiner Funktion als Polen-Beauftragter der Bundesregierung kritisiert. Deutsche und polnische Grüne hatten zudem vor zwei Wochen in einem offenen Brief an die Warschauer Infrastrukturministerin Maria Wasiak verlangt, die Finanzierung wieder sicher zu stellen.
Offenkundig mit Erfolg: "Przewozy Regionalne" verkündete jetzt, dass die beiden Zugpaare ab dem 6. Februar wieder fahren sollen. Allerdings nur freitags bis sonntags und auch erst für eine Testphase bis zum 14. März. "Ich freue mich über diesen ersten Teilerfolg. Um das Angebot für grenzüberschreitende Studierende und Arbeitnehmer jedoch wirklich attraktiv zu machen, braucht es aber eine tägliche Verbindung", sagte dazu am Donnerstag die Bundestagsabgeordnete der Grünen, Annalena Baerbock. Die Abfahrtszeiten ab Frankfurt haben sich auch geändert und sind jetzt 12.14 und 18.21 Uhr.