"Wer macht denn so was?", fragt sich Andrea Grünes empört. Sie ist vor zweieinhalb Jahren von Berlin in die Uckermark gezogen und die Besitzerin der zwei schwarzen Pferde. Ihre Tierliebe hatte sich bald herumgesprochen, und so standen bei ihr auch die zwei Schimmel in Pension.
"Die Pferde waren total durchgeschwitzt und in Panik, als wir sie einfangen konnten", erzählt Andrea Grünes. Sie konnte die Tiere mit Heu und Mohrrüben beruhigen. Die zwei Schimmel sind jetzt erst einmal woanders untergebracht.
Die Pferdeliebhaberin hat versucht, den Fall bei der Polizei zu rekonstruieren. Der oder die Täter haben in der Nacht zum Freitag auf ihrem Grundstück Rattengift verstreut und den Maschendraht des Koppelzaunes an mehreren Stellen zerschnitten. Sie müssen die Pferde mehrere Kilometer durch den Wald getrieben haben. Am Friedhof von Woltersdorf haben die Täter ebenfalls den Maschendrahtzaun zerschnitten und die Pferde auf das Gelände zwischen die Gräber bugsiert. Danach sind die Tiere offenbar sich selbst überlassen worden, und zwar in einem Kreuzungsbereich, wo auch der Berufsverkehr rollt.
Andrea Grünes ist außer sich: "Wer auch immer das getan hat, es ist eine Sauerei, seinen Frust oder seine Probleme an Tieren auszulassen." Sie hat Anzeige wegen Sachbeschädigung und Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet. Die Kriminalpolizei ermittelt auch wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Erst am vergangenen Wochenende waren in der Uckermark bei Wilsickow an einem Feldweg mehr als 20 tote Schafe entdeckt worden. Einige von ihnen wurden offenbar erschlagen, andere starben an Mangelernährung.