Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, hatte ein V-Mann aus der rechten Szene (Deckname "Piatto") den Verfassungsschutz in Potsdam im September 1998 darüber informiert, dass die untergetauchten Neonazis Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos sich Waffen beschaffen, Raubüberfälle begehen und sich dann ins Ausland absetzen wollten. Während die Polizei in Thüringen daraufhin Ermittlungen anstellte, soll das Brandenburger Innenministerium diesen Hinweis ignoriert haben - mit dem Verweis, dass der Schutz der Quelle Vorrang habe.
Über das Innenministerium ist der Bericht des V-Mannes der Zeitung zufolge an das Landeskriminalamt (LKA) in Thüringen weitergeleitet worden. Auf einer Besprechung zwischen beiden Dienststellen Mitte September habe der Präsident des Thüringer LKA von den Brandenburgern schriftliche Berichte angefordert, um richterliche Beschlüsse zur Überwachung zu erwirken. Doch die Verfassungsschützer seien nicht bereit gewesen, den Ermittlern zu helfen. Als 2015 der brandenburgische Verfassungsschützer Reiner G. im NSU-Prozess nur vage aussagte, ließ Richter Manfred Götzl Unterlagen des Beamten beschlagnahmen.
(Mit Adleraugen)