UPDATE, 8. Dezember: Erste Erkenntnisse der Obduktion der getöteten Familie liegen vor.
UPDATE, 7. Dezember: Im Fall um die fünf Toten in Königs Wusterhausen hat die Staatsanwaltschaft Details aus dem Abschiedsbrief veröffentlicht.
UPDATE, 6. Dezember. Familiendrama mit fünf Toten - Engagiert und in Region Königs Wusterhausen gut vernetzt - was über die toten Eltern bekannt ist.
Kerzen brennen vor dem Einfamilienhaus in Königs Wusterhausen südlich von Berlin. Auf einem bunt bemalten Blatt Papier, das am Zaun hängt, steht in Kinderschrift: „Du tanzt nun im Himmel auf einem Regenbogen. Dein Leon“. Daneben baumeln zwei Stofftiere. In dem Wohnhaus hat die Polizei am Samstagmittag fünf Leichen entdeckt - darunter drei Mädchen (4, 8 und 10). Was hinter dem Verbrechen steckt, ist noch unklar. Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen.
Am Samstagmittag hatten Zeugen in dem Haus im Ortsteil Senzig leblose Menschen gesehen und die Polizei alarmiert. Beamte fanden die fünf Toten mit Schuss- und Stichverletzungen. Die beiden Erwachsenen waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft Cottbus und der Polizeidirektion Süd 40 Jahre alt.

Ein Abschiedsbrief ist wohl gefunden worden

Bislang sieht es nicht so aus, dass ein Außenstehender für die Tat verantwortlich ist. „Es gibt derzeit keinen Tatverdacht gegen eine dritte Person“, sagte Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon der Deutschen Presse-Agentur. „Es gibt keinen Haftbefehl gegen jemanden.“ Der „Berliner Zeitung“ sagte Bantleon, man habe einen „Abschiedsbrief“ gefunden. Genaueres sagte er dazu nicht.
Königs Wusterhausen liegt im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald und hat knapp 40.000 Einwohner. Senzig ist ein Ortsteil von Königs Wusterhausen und war früher eine eigenständige Gemeinde. Es liegt zwischen Feldern und Seen - eine ruhige Idylle mit vielen Einfamilienhäusern. Der Landrat des Kreises, Stephan Loge (SPD), wurde am Sonntag in einer Mitteilung mit den Worten zitiert: die Nachricht von den fünf Todesfällen habe ihn „fassungslos und traurig gemacht“. „Die Tat ist unfassbar.“ Er drücke Angehörigen und Freunden der fünf Toten sein tiefes Mitgefühl und Bedauern aus.

Anwohner stellten eine Kerze auf

Noch am Abend stellen Anwohner eine Kerze vor dem Haus auf. Auf die Frage, ob sie die Toten kannten, antwortet ein Mann: „Das hier ist ein Dorf - man kennt sich.“ Ein Frau, die ihr Rad schiebt, sagt: „Das ist schon schlimm, was hier passiert ist.“ Das Haus sei neu gebaut worden. Zwei weitere Anwohner, die nur wenige Häuser von dem Wohnhaus entfernt wohnen, berichten, sie hätten vor einigen Tagen ein Schuss gehört. „Das muss aus einer Schusswaffe gekommen sein. Das waren keine Silvesterkracher“, sagt ein junger Mann.

Nur der Hund hat überlebt

Zunächst sind die Rollläden unten, später ist in einem Fenster ein Weihnachtsstern zu sehen. Es heißt, die Familie hätte sich in Corona-Quarantäne befunden. Die Spurensicherung sei die ganze Nacht vor Ort gewesen, sagt ein Polizeisprecher am Sonntag. Anwohner und Bekannte aus dem näheren Umfeld der Toten werden befragt, die Leichen werden von der Rechtsmedizin untersucht. Am Abend wurde ein kleiner Hund aus dem Haus geholt und in ein Tierheim gebracht.