Ein fünfjähriges Mädchen liegt wegen seines gesundheitlich angegriffenen Zustandes noch im Immanuel Albertinen Klinikum Bernau. Die beiden älteren Geschwister nahm das Jugendamt Barnim in Obhut. Das Mädchen sei zwei Jahre sich selbst überlassen worden, ähnlich „wie Kaspar Hauser“, berichtete die MOZ am 11./12. Januar 2020. In der Weihnachtszeit sei es dem Landkreis Barnim zufolge unter Mitwirkung des Jugendamts in eine Klinik eingeliefert worden.
Abhängig von der Schwere des Tatvorwurfs, so der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Ingo Kechichian, werde nicht immer sofort die Polizei oder Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Nun aber - nach den Berichten der MOZ – werde ermittelt. „Es geht zunächst darum, Informationen zu sammeln und zu ermitteln, warum uns das Jugendamt Barnim nicht eingeschaltet hat“, so Kechichian.
Polizeisprecher Stefan Möhwald ergänzte: „Wir ermitteln als Polizei nun von Amts wegen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht.“ Bisher bezögen sowohl Staatsanwaltschaft als auch Polizei alle Informationen aus der Presse.
Im Landratsamt Barnim arbeitete die Führungsspitze auf Hochtouren. Noch gab es keine neuen Erkenntnisse aus der Kreis-Behörde. Der Kreis will sich noch am Montag zu dem Fall äußern. „Bei uns sitzen die Verantwortlichen zusammen“, sagte Kreissprecher Oliver Köhler. Das Brandenburger Bildungsministerium forderte den Kreis zu einer Stellungnahme auf. „Es ist ein sehr schwerer und tragischer Fall“, sagte Ministeriumssprecherin Antje Grabley. Bei solch einer Straftat hätten Staatsanwaltschaft und Polizei informiert werden müssen, betonte sie.
In Brandenburg wurden 1947 Kinder im Jahr 2018 in Obhut genommen - davon 85 Prozent wegen einer Gefährdung.
Pressekonferenz 
Seit Mitte 2017 habe das Barnimer Jugendamt in dem Fall der Inobhutnahme eines fünfjährigen Mädchens mit der betreffenden Eberswalder Familie gearbeitet. Am 1. Dezember 2019 lag laut Landrat Daniel Kurth die Entscheidung des Familiengerichts vor, drei Kinder außerhalb der Familie unterzubringen. Das Mädchen war demnach unterernährt und wies Sprach- und Verhaltensveränderungen auf. Es sei „zu nachsichtig „ agiert worden, räumte Kurth in einer Pressekonferenz ein. Interne Auswertungen folgen.  Das Mädchen wurde aus der Klinik entlassen und im Land Brandenburg untergebracht.