Vier Einsprüche hatte es gegen die Wahl des 44-Jährigen gegeben. Sie wurden aus rechtlichen Gründen vom Kirchenrat des Evangelischen Kirchenkreises Berlin Nord-Ost abgelehnt.
Der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers ist wegen seiner Äußerungen und Schriften umstritten. Er schreibt für die konservative Wochenzeitschrift "Junge Freiheit", die von Politikwissenschaftlern als "Sprachrohr der Neuen Rechten mit Brückenfunktion zum Rechtsextremismus" bezeichnet wird. In einer Fernsehsendung von Frank Plasberg hat er sich im vergangenen Jahr öffentlich für die Wiedereinführung der Monarchie ausgesprochen. Auch wegen seiner konsequenten Haltung gegen Abtreibung wird er kritisiert.
Philip von Preußen sieht sich zu Unrecht mit Vorurteilen belegt. Ja - für ihn ist jegliches Leben schützenswert, beruft er sich auf das fünfte Gebot: Du sollst nicht töten. Und nein - er sei grundsätzlich nicht frauenfeindlich und auch nicht gegen Frauen im Priesteramt. Auch die Ökumene - der Austausch zwischen den christlichen Kirchen - sei ihm ein Anliegen.
Die Kirchengemeinde von Birkenwerder ist jetzt trotzdem gespalten. Etwa 30 Gemeindemitglieder haben sich umgemeldet oder aus dem aktiven Gemeindeleben zurückgezogen, heißt es von den Kritikern. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass mein Sohn vom Prinzen von Preußen konfirmiert wird", sagt eine Frau, die in der Nachbargemeinde von Borgsdorf eine neue geistliche Heimat gefunden hat. Auch zahlreiche Mitglieder des Kirchenchores sind abgewandert. Die Ursache dafür liegt nicht nur in der Wahl von Preußens, bereits um seinen Vorgänger Dirk Kroll hatte es Ärger gegeben. Der war das ganze Gegenteil zu von Preußen, in seinem jugendlichen Überschwang sprang Kroll während einer Predigt auch schon mal auf den Altar. Das war einigen Gemeindemitgliedern zu viel.
An diesem Nachmittag klingen die Querelen der vergangenen Monate an einigen Stellen an. Heike Richter, die stellvertretende Superintendentin, die von Preußen ins Amt einführt, sagt, dass die Menschen bereit sein müssen, mit ihm den Weg zu gehen. Philip von Preußen selbst erklärt: "Wir werden im Laufe der Jahre viel miteinander ringen - wenn sie wiederkommen", atmet tief und lächelt in die Runde.