Derzeit werden Schüler in den Klassen 1 bis 10 nach 68 Rahmenlehrplänen unterrichtet - künftig soll es nur noch einen geben. Am lautesten gegen den ersten Entwurf protestiert hatten die Geschichtslehrer. Sie monierten, dass die Inhalte nicht mehr chronologisch, sondern themenbezogen vermittelt werden sollten. Mit Erfolg! Das chronologische Prinzip werde nun weiter berücksichtigt und mit dem "Längsschnitt"-Ansatz kombiniert, so die Sprecherin der Bildungsverwaltung. Erhört wurden demnach auch Klagen der Geografie-Lehrer, die eine Entwertung ihres Fachs fürchteten. Auf ihre Anregung hin wurden "Themenfelder neu geordnet und im Detail geschärft".
Neu im verbindlichen Rahmenlehrplan verankert ist das Thema Sexualerziehung beziehungsweise "Bildung für sexuelle Selbstbestimmung". Lesben- und Schwulenverbände hatten den ersten Entwurf als rückschrittlich kritisiert, weil er kein Augenmerk auf das Thema sexuelle Vielfalt gelegt habe.
Nicht durchsetzen konnten sich hingegen jene Kritiker, die einen eigenen Rahmenlehrplan für Gymnasien forderten. Laut Bildungsverwaltung würde dies dem Schulgesetz widersprechen.
Die größten Baustellen des Plans sind indes die künftigen Parameter bei der Leistungsbewertung der Kinder sowie die Schaffung der geeigneten Grundlagen für einen inklusiven Unterricht, also das gemeinsame Lernen von Schülern mit unterschiedlichen Voraussetzungen. In diesen Punkten sah die Lehrergewerkschaft GEW Korrekturbedarf. Auch hier seien Forderungen nach "schulartspezifischen Hinweisen zur Leistungsbewertung" berücksichtigt worden, sagte die Sprecherin der Senatsverwaltung, ohne jedoch weiter ins Detail zu gehen. Entschlackung, Modernisierung und eine höhere Verbindlichkeit der Vorgaben - das seien nach wie vor die grundlegenden Ziele des Rahmenlehrplans.
Wann Senatorin Sandra Scheeres und Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) die Vereinbarung unterzeichnen, blieb am Freitag offen. (Mit Adleraugen)