In den folgenden Jahren wurden von der Staatskanzlei eine Arbeitsgruppe eingerichtet, ein Expertenbeirat ins Leben gerufen und eine Digitalagentur mit einem Jahresbudget von drei Millionen Euro gegründet. Im Prüfzeitraum von Ende 2018 bis Ende vergangenen Jahres konnten der Rechnungshof kaum Ergebnisse feststellen. Ersten weil keine konkreten Aufgaben vorgegeben wurden, zweitens weil keine Kontrolle stattfand und drittens die Staatskanzlei keinen Überblick über das Agieren der Ministerien hat.
Rechnungshofpräsident Christoph Weiser sprach angesichts von 13 Gremien innerhalb der Landesverwaltung, die sich mit dem Thema befassen, von struktureller Verantwortungslosigkeit. Ob die Digitalagentur wirksam ist, müsse offen bleiben. Faktisch, so Weiser, kann die Regierung auf die Geschäfte der 100-prozentigen Tochter der Landesinvestitionsbank keinen Einfluss nehmen.
Prüfungsleiter Thomas Kersting verwies auf die Bundesvorgabe, dass in den kommenden zwei Jahren  575 Verwaltungsaufgaben digital online angeboten werden sollen. Im vergangenen Jahr wurden in Brandenburg 57 davon als prioritär ausgewählt, für ein Viertel davon gibt es Umsetzungsprojekte, nur für sechs das Geld für die Umsetzung. Das Innenministerium konnte dem Rechnungshof laut Kersting eine angeblich vorhandene neue Strategie zum E-Government nicht vorlegen. Dafür stehe auf der Internetseite des Hauses ein Papier von 2003 dazu. In einer Stellungsnahme des Innenministeriums heißt es, dass einige Fachressorts ihre  Energie in die Abwehr des Onlinezugangsgesetzes und des E-Governmentsetzes gesteckt haben, statt Fortschritte zu erzielen.
Lesen Sie hier den Kommentar von Ulrich Thiessen: Lippenbekenntnisse reichen nicht